2G bis 5S – die iPhone-Modelle im Vergleich

2G bis 5S – die iPhone-Modelle im Vergleich

iPhone 2007 - 2016

Um die Entstehung des iPhones ranken sich zahlreiche Mythen. Erstaunen dürfte aber heute viele, dass das erste – zumindest mit Beteiligung von Apple – gestaltete massentaugliche Mobiltelefon nicht von dem kalifornischen IT-Unternehmen selbst sondern vom Telekommunikationshersteller Motorola angeboten wurde. Das ROKR verband erstmals die Funktionalitäten eines Handys mit denen eines iPods und ließ sich über die Software iTunes mit neuen Songs versorgen.

Was dem Gerät aber fehlte, waren ein ausgefallenes Design und technische Innovationen, die das Motorola-Handy deutlich von der Konkurrenz abhoben. Tatsächlich war die Musik-Funktion stark eingeschränkt, und es ließen sich maximal 100 Songs speichern. Eine neuartige Bedienweise wie ein Touch-Display mit Gestensteuerung hatte man bei der Entwicklung gar nicht erst in Erwägung gezogen. Schon bei der Premiere im September 2005 machte deshalb der damalige Apple-CEO Steve Jobs keinen Hehl daraus, dass er das ROKR im Grunde für langweilig und ziemlich überflüssig hielt.

2007: Das iPhone erblickt das Licht der Welt

iPhone

iPhone 2G

Die logische Konsequenz aus dem ROKR-Flop war die Entwicklung eines eigenen intelligenten Mobiltelefons, das nun wirklich iPod und Handy in einem Gerät vereinte. Die Vorstellung der ersten iPhone-Generation auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco am 9. Januar 2007 versetzte die Apple-Gemeine in Euphorie. Als rund ein halbes Jahr später der Verkauf startete, bildeten sich Menschentrauben vor den Apple-Stores.

Dabei war die technische Ausstattung des iPhone 2G schon für damalige Verhältnisse eher bescheiden. Drei Varianten des Mobiltelefons mit 4, 8 und 16 GB Flash-Speicher standen zur Auswahl. Das Display maß lediglich 3,5 Zoll und hatte eine magere Displayauflösung von 320 x 480 Pixeln (iPhone 6s: 4,7 Zoll-Display, 1334 x 750 Pixel). Zwar unterstütze das Apple-Smartphone WiFi, Bluetooth, GPRS und EDGE, aber nicht die weit verbreiteten schnellen 3G-Netze (UMTS). Im inneren des Telefons werkelte ein ARM-Chip mit 412 MHz, dem spärliche 128 MB Arbeitsspeicher zur Verfügung standen. Die Zwei-Megapixel-Kamera hatte keine Video-Funktion, und überhaupt konnten in der Anfangszeit nur diejenigen das iPhone 2G kaufen, die gleichzeitig auch bereit waren, einen teuren Mobilfunkvertrag bei einem ausgewählten Provider wie AT&T (USA) oder T-Mobile (Deutschland) abzuschließen.

iPhone 3G: 2G mit UMTS

Als rund ein Jahr später am 11. Juli 2008 die zweite Generation des iPhones, das iPhone 3G vorgestellt wurde, hielten sich die Innovationen gegenüber dem Vorgängermodell eher in Grenzen. Nach wie vor wurden nur drei Varianten mit 4, 8 und 16 GB Speichervolumen angeboten. Die Technik war die gleiche wie beim Vorgängermodell. Zwar konnte die Kamera des 3G nun mithilfe optionaler Apps auch Videos aufzeichnen, doch ging dies stark zu Lasten des Akkus. Wirkliche Neuerungen waren daher lediglich die UMTS-Unterstützung, das angepasste iPhone-Design mit schwarzem Kunststoff- statt silbernem Alu-Backcover und die zweite Version des mobilen Betriebssystems iOS (iOS 2.0), das nun erstmals auch den App Store enthielt.

iPhone 3GS: Speed-Boost

Fiel der optische Unterschied zwischen dem iPhone 2G und 3G noch einigermaßen deutlich aus, setzte Apple beim 2009 vorgestellten Nachfolger 3GS voll auf das Design des Vorgängers. Alles blieb exakt so, wie es war. Vielmehr präsentierte Apple im Juni 2009 mit dem 3GS ein technisch runderneuertes iPhone in drei Varianten mit 8, 16 und 32 GB Speicherkapazität, das neben einem schnelleren 600 MHz-Prozessor, 256 MB RAM, einer videotauglichen 3-Megapixel-Kamera und einem Magnetometer für Kompass-Anwendungen auch über eine höhere Mobilfunk-Datenübertragungsgeschwindigkeit im Download mit bis zu 7,2 Mbit/s verfügte.

iPhone 4: Alles, was sich geändert hat, ist alles

iPhone 4

iPhone 4

Das iPhone 4 wurde im Juni 2010 präsentiert und ist eine deutliche Zäsur im Design der Mobiltelefonen von Apple. Dominierten bei den Chassis der Modelle 2G, 3G und 3GS noch große hochglänzende Kunststoffbauteile, setzte man bei der vierten Generation des iPhones auf gebürsteten Edelstahl und hochfestes Spezialglas in einer flachen, kantigen Optik. Zwar blieb die Bildschirmgröße des Smartphones mit 3,5 Zoll unverändert, doch kam erstmals bei einem Apple-Mobiltelefon das mit 960 × 640 Pixel deutlich höher auflösende Retina-Display zum Einsatz.

Doch nicht nur äußerlich, auch im Inneren wurde das iPhone der vierten Generation deutlich gegenüber den Vorgängermodellen aufgewertet. Der Arbeitsspeicher wurde von 256 auf 512 MB verdoppelt. Die Rechenleistung des Apple A4-Prozessors betrug nun 800 statt 600 MHz. War im Vorgängermodell 3GS noch eine videotaugliche Kamera mit drei Megapixeln verbaut, so waren es beim dem neuen Apple-Smartphone jetzt fünf. Setzte man sich 2010 mehrheitlich für Videotelefonie noch vor ein Notebook oder einen PC, war das dank der VGA-Frontkamera und der FaceTime-App nun auch mit dem iPhone möglich.

iPhone 4S: Siri stellt sich vor

Wie beim 3GS präsentierte Apple im Oktober 2011 mit dem 4S erneut ein iPhone, das dem Vorgängermodell bis ins kleinste Detail gleicht, jedoch im inneren gründlich überarbeitet wurde. Während die Arbeitsspeicherkapazität und Displaygröße gleich blieben, wurde der bisherige A4-Einkernprozessor durch den moderneren und doppelt so leistungsfähigen A5-Zweikernprozessor mit 800 MHz Taktfrequenz ersetzt. Die 5-Megapixel-Kamera wurde gegen ein 8-Megapixel-Modell getauscht, das nun auch Videos in Full-HD aufnehmen konnte. Die eigentliche Sensation beim iPhone 4S aber war die Einführung des Sprachassistenen Siri, mit dem sich das Apple-Smartphone per Stimme steuern lässt.

iPhone 5/ 5C: Lightning-Datenkabel, LTE und 4 Zoll-Display

iPhone 5

iPhone 5

Eine bedeutende Zäsur in der Geschichte des Handy-Bestsellers ist auch das Erscheinen des iPhone 5. Während viele Apple-Konkurrenten die Displays ihrer Geräte immer größer werden ließen, widersetzte sich Apple lange Zeit beinahe trotzig diesem Trend und bot ausschließlich Smartphones mit 3,5 Zoll Bildschirmgröße an. Insofern war es eine ziemliche Sensation, als das Vorstandsmitglied Phil Schiller am 21. September 2012 erstmals ein iPhone mit 4 Zoll-Display vorstellte und damit die unumstößlich geglaubte Doktrin vom ultrahandlichen Smartphone-Bildschirm des ein Jahr zuvor verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs praktisch außer Kraft setzte.

Doch war beim iPhone 5 nicht nur das größere Display ein Hingucker, auch die Technik war es. Der seit 2007 verwandte 30-polige Dock-Anschluss wurde durch den schlanken 8-poligen Lightning-Anschluss ersetzt. Erstmals konnten sich ein iPhone auch über LTE mit dem Internet verbinden. Der „alte“ Zweikern-Prozessor des 4s wurde gegen ein neues Dualcore-Modell mit 1,3 GHz Rechenleistung getauscht, der Arbeitsspeicher abermals auf nunmehr 1 GB verdoppelt. Kamen seit dem iPhone 4 ausschließlich VGA-Frontkameras zum Einsatz, so waren es jetzt Aufnahmegeräte mit 1,2 Megapixeln für Videos in HD-Qualität.

2013 erfuhr das iPhone 5 mit dem 5C eine Neuauflage. Apple erhoffte sich von dem relativ günstigen Nachfolger mit identischer Technik und buntem Plastikrücken höhere Absatzzahlen im Mittelklasse-Smartphonepreissegment. Das Vorhaben floppte jedoch, wie der Jobs-Nachfolger Tim Cook später einräumen musste.

iPhone 5S: Touch me

Der Nachfolger des iPhone 5, das iPhone 5S, wurde im Herbst 2013 vorgestellt und erhielt vorwiegend positive Beurteilungen, auch wenn die Neuerungen bei Design und Technik eher verhalten ausfielen. Tatsächlich wurde im Inneren vor allem an den CPUs gearbeitet und der A6- gegen den moderneren A7-Prozessor getauscht.  Als signifikanteste und optisch auffälligste Innovation ist daher wohl der erstmals in einem Apple-Smartphone verbaute Touch ID-Sensor zu benennen, der das Entsperren des Mobiltelefons auch per Fingerabdruck möglich macht. Die Technik ist ausgereift und äußerst zuverlässig und kommt auch bei den Nachfolgemodellen 6, 6 Plus, 6S, 6S Plus sowie dem erst kürzlich vorgestellten iPhone SE zum Einsatz.

Titelbild: © tortoon – Fotolia.com
Bilder: iPhone 2G: © By Andrew from London, UK (16GB iPhone) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
iPhone 4: © By Iphone_4G.jpg: DanielZanetti derivative work: Saibo (Δ) (Iphone_4G.jpg) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons
iPhone 5: © By Pixeden.com [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

 

 

 

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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