7 Tipps für eine längere Lebensdauer deiner SSD

7 Tipps für eine längere Lebensdauer deiner SSD

256 GB SSD

7 Tipps für eine längere Lebensdauer deiner SSD

Es ist gar nicht mal so lange her, da war sie noch der absolute Traum eines jeden PC-Enthusiasten: die Solid-State-Drive (SSD) Festplatte. Nicht zuletzt durch den enormen Preisverfall der letzten Jahre, wird diese super schnelle Festplatten-Variante mittlerweile auch in heimischen Rechnern immer verbreiteter. Es gehört aber auch ein wenig Pflege dazu, damit deine SSD ein langes Leben haben kann. Denn SSDs haben bedingt durch Ihre Technik mit der Pflege von normalen HDD-Festplatten so gut wie nichts gemeinsam.

In zwei vergangenen Berichten haben wir dir schon aufgezeigt, wie du deinen Rechner mit einer superschnellen SSD-Festplatte aufrüsten kannst und haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema SSD aufgegriffen. Als Ergänzung dazu möchten wir dir heute zeigen, wie du durch 7 einfache Tricks die Lebensdauer deiner SSD deutlich verlängern kannst.

 

Was zwingt deine SSD-Festplatte in die Knie?

Eine SSD ist ein Flash-Speicher und besitzt keine beweglichen Teile. Im Gegensatz zu traditionellen, mechanischen Festplatten, welche aus rotierenden Magnetscheiben, Elektromotor sowie einem mechanischen Schreib-/Lesekopf bestehen, kann bei einer SSD also auch - rein mechanisch - nichts kaputt gehen. Kommt es dennoch zu Defekten, so liegt dies meistens an den Schreibzyklen.

Ein Flash-Speicher behandelt Daten auf spezielle Art und Weise: Wenn sie auf einen bestimmten Block geschrieben werden, muss der gesamte Block gelöscht werden, bevor er wieder beschrieben werden kann. Die Lebensdauer einer SSD wird in diesen sogenannten Program-Erase-Zyklen (P/E) gemessen. Moderne SSDs halten im Schnitt 3.000 bis 5.000 P/E-Zyklen aus, bevor die Leistung abnimmt. Teurere Single-Level-Cells (SLC) Flashspeicher schaffen sogar bis zu 100.000 P/E-Zyklen.

Es wird jedoch kaum möglich sein, bei normalem Rechnerbetrieb in absehbarer Zeit das Limit der P/E-Zyklen einer SSD-Platte zu erreichen. Dennoch kommt deine SSD mit jedem Datensatz, der auf sie geschrieben wird, ein Stückchen näher ihrem Limit entgegen. Mit unseren 7 Tipps, kannst du unnötige Schreibzyklen vermeiden und somit die Lebensdauer deiner SSD-Festplatte um ein Vielfaches erhöhen.

 

Mit diesen 7 Tipps die Lebensdauer deiner SSD ganz einfach steigern:

  • Defragmentierung ausschalten
  • Windows-Suche deaktivieren
  • Trim-Befehl aktivieren
  • Timestamps und DOS-Dateinamen deaktivieren
  • Ruhezustand deaktivieren
  • Schnellstart deaktivieren
  • Ordner auslagern

Tipp 1: Defragmentierung abschalten (Windows 7)

Im Gegensatz zu HDD-Festplatten müssen SSD-Festplatten nicht defragmentiert werden. Im Gegenteil: Durch das häufige Ordnen und Umsetzen der Datenblöcke auf der Festplatte wird die SSD nur unnötig abgenutzt und belastet. Um die Defragmentierung unter Windows 7 abzuschalten, gehst du folgendermaßen vor:

 

 

  • Drücke gleichzeitig die Windowstaste und "E" für den Windows-Explorer
  • Klicke mit der rechten Maustaste auf deine SSD-Festplatte und wähle im Kontextmenü "Eigenschaften"
  • Unter der Registerkarte "Tools" klickst du auf "Optimieren" und wählst im nächsten Fenster unter dem Punkt "Geplante Optimierung" den Button "Einstellungen ändern"
  • Nun klickst du auf den Button "Auswählen" und entfernst im nächsten Fenster das Häkchen vor deiner SSD-Festplatte
  • Achtung: Wenn du auf deiner SSD mehrere Partitionen erstellt hast, dann musst du die Häkchen für jede einzelne Partition separat entfernen
  • Anschließend schließt du alle offenen Fenster durch Klick auf "OK"

Falls du Windows 8 oder Windows 10 benutzt, entfällt dieser Schritt für dich. Diese beiden Systeme erkennen bereits automatisch eine installierte SSD und schalten die Defragmentierung für diese Platte automatisch aus.

Tipp 2: Windows-Suche abschalten

Der Dienst "Windows Search" erstellt stetig eine Liste aller Dateien auf deinem Computer. So können diese schnell über die Suche im Explorer gefunden werden. Bei SSD-Festplatten beschleunigt diese Liste den Suchvorgang jedoch nicht, sodass die SSD durch die unnötigen Schreibvorgänge nur unnötig abgenutzt wird. So schaltest du den Dienst dauerhaft ab:

  • Drücke gleichzeitig die Windowstaste und "R", so dass sich das "Ausführen"-Fenster öffnet
  • Dort tippst du "services.msc" (ohne Anführungszeichen) ein und bestätigst mit Klick auf "OK"
  • In der Liste scrollst du nach unten, bis du den Eintrag "Windows Search" findest
  • Diesen Eintrag öffnest du per Doppelklick und wählst im nächsten Fenster unter "Starttyp" den Eintrag "Deaktiviert" aus
  • Am Ende schleißt du wieder alle Fenster per Klick auf "OK" und der Dienst ist in Zukunft abgeschaltet

Tipp 3: Windows-Trim Befehl aktivieren

HDD-Festplatten haben die Eigenschaft, dass gelöschte Dateien unsichtbar auf der Festplatte erhalten bleiben. Diese werden erst dann überschrieben, wenn der Speicherplatz wirklich gebraucht wird. SSD-Festplatten benötigen im Gegensatz dazu jedoch so viel freien Speicher wie möglich, um effizient zu arbeiten und möglichst lange zu leben. Steht mehr freier Speicher insgesamt zur Verfügung, so können die einzelnen Schreibvorgänge - bildlich gesprochen - gleichmäßiger auf die einzelnen Speicherzellen verteilt werden, wodurch diese wiederum weniger belastet werden. Genau dafür dient der sogenannte TRIM-Befehl unter Windows. So schaltest du ihn ein:

  • Drücke gleichzeitig die Windowstaste und die R-Taste, so dass sich das Ausführen-Fenster öffnet
  • Dort gibst du den Befehl "cmd" (ohne Anführungszeichen) ein und bestätigst mit "OK"
  • im folgenden Fenster tippst du den Befehl: "fsutil behavior query DisableDeleteNotify" ein und bestätigst mit Enter
  • erhältst du als Antwort "0", so ist die Funktion bereits aktiviert und du kannst alle offenen Fenster wieder schließen
  • erhältst du als Antwort "1", dann tippe den Befehl "fsutil behavior Set DisableDeleteNotify 0" ein und bestätige abermals mit Enter
  • nun schließt du alle offenen Fenster und der Trim-Befehl ist aktiviert

Tipp 4: Timestamps und DOS-Namen deaktivieren

Die Timestamp-Funktion speichert jede Erstellung, Änderung und Öffnung einer Datei auf deinem Rechner. Da diese Daten eigentlich nicht benötigt werden, sollte dieser unnötige Schreib- und Lese-Vorgang beendet werden. Zusätzlich speichert Windows zu jeder Datei einen DOS-kompatiblen Dateinamen. Da heutzutage jedoch kein modernes Programm mehr auf DOS basiert, kann die Funktion ebenfalls getrost ausgeschaltet werden. So geht's:

  • Drücken gleichzeitig auf die Tasten "Windows" und "R", so dass sich der Befehl "Ausführen" öffnet
  • Gib wie oben "cmd" ein und bestätige mit "OK"
  • Tippe hier den Befehl "fsutil behavior set disablelastaccess 1" ein und bestätige mit der Enter-Taste
  • Gib anschließend den Befehl "fsutil behavior set disable8dot3 1" ein und bestätige abermals mit "Enter"

Tipp 5: Ruhezustand von Windows deaktivieren

Wacht dein PC aus dem Ruhezustand auf, dann müssen erst einmal enorm viele Daten auf die Festplatte geschrieben werden. Die Datei hyberfil.sys ist meist mehrere GB groß und verkürzt somit die Lebensdauer der SSD ganz deutlich. Um dies zu vermeiden, schaltest du den Ruhezustand am besten aus und fährst deinen Computer in Zukunft direkt herunter:

  • Drücke gleichzeitig auf die Tasten "Windows" und "R", so dass sich der Befehl "Ausführen" öffnet
  • Gib dort "cmd" ein und bestätige mit "OK"
  • Tippe den Befehl "powercfg -H off" ein und bestätige mit der Enter-Taste
  • Der Ruhezustand wird deaktiviert und die Datei hyberfil.sys gelöscht
  • angenehmer Nebeneffekt: eine Menge zusätzlicher freier Speicherplatz

Tipp 6: Schnellstart von Windows 10 deaktivieren

Durch den aktivierten Schnellstart fährt Windows 10 wesentlich schneller hoch und runter, als alle vorherigen Windows-Versionen. Allerdings wird dieser Vorteil dadurch erkauft, dass beim Herunterfahren die wichtigsten Daten ebenfalls in der oben genannten Datei "hiberfil.sys" gespeichert und beim Hochfahren binnen weniger Sekunden wieder geladen werden. SSD-Festplatten profitieren kaum vom Schnellstart und verlieren durch ihn nur kostbare Lebenszeit. So schaltest du den Schnellstart ganz einfach aus:

  • Öffne als erstes die Systemsteuerung von Windows 10
  • In der Kategorie "System" findest du den Punkt "Netzbetrieb und Energiesparen"
  • Klicke hier nun auf der rechten Seite auf den Link "Zusätzliche Energieeinstellungen"
  • Im folgenden Fenster klickst du links auf den Punkt "Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll"
  • Im nächsten Fenster dann oben auf den Link "Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar", so dass sich alle Einstellmöglichkeiten öffnen
  • Dann entfernst du im unteren Teil des Fensters den Haken bei der Option "Schnellstart aktivieren (empfohlen)"
  • Über den Button "Änderungen speichern" wird der Schnellstart unter Windows 10 nun ausgeschaltet

Tipp 7: Ordner gezielt auslagern

Zum Schluss die wohl einfachste und gleichzeitig aber auch effektivste Möglichkeit zum Reduzieren von unnötigen Schreibzugriffen auf deine SSD: Lagere Ordner und Dateien auf andere Festplatten aus. Ordner, die einfach nur Dateien bereithalten, etwa "Downloads", "Meine Bilder" oder ähnliches, solltest du auf eine HDD-Festplatte auslagern, sofern verfügbar. Diese Dateien werden in der Regel nur vergleichsweise selten benutzt und profitieren so nur unwesentlich von der Geschwindigkeit deiner SSD. Dafür belegen sie dort nur teuren Platz und sorgen für Schreibzugriffe.

Bibliotheksordner unter Windows, wie zum Beispiel "Meine Dokumente" kannst du ganz einfach über das Kontextmenü auslagern: Rechtsklick auf den Ordner, dann im Menü ganz unten auf Eigenschaften und schlussendlich im Reiter "Pfad" einen anderen Speicherort eintragen.

Noch interessanter sind die Profil-Ordner von Browsern, da hier am laufenden Band gelesen und geschrieben wird. Um beispielsweise einen Firefox-Profil-Ordner zu verschieben, kopiere zunächst den Ordner an seinen neuen Bestimmungsort. Dann trägst du eben diesen neuen Speicherpfad in die Datei "BENUTZERNAME/AppData/Roaming/Mozilla/Firefox profiles.ini" ein und speicherst diese. Nun kannst du den alten Profil-Ordner getrost löschen.

Unter Windows nutzen Programme die Standard-Ordner "TMP" und "TEMP" für temporäre Dateien - auch die kannst du ohne Weiteres auf eine andere Festplatte verlegen, in dem du neue Zielpfade definierst. Mache hierzu ganz einfach einen Linksklick auf die Startschaltfläche und tippe "Systemsteuerung" ein. Anschließend klickst du auf die App namens "Systemsteuerung" und dort auf "System" sowie "Erweiterte Systemeinstellungen". Im folgenden Fester dann ganz unten auf die Schaltfläche "Umgebungsvariablen" und schon kannst du im nächsten Fenster die Speicherorte ganz nach Belieben abändern.

7 nützliche Tipps als Frischzellenkur für deine SSD

Das waren unsere 7 nützlichen Tipps, mit denen du deiner SSD ohne viel Aufwand zu einer deutlich höheren Lebensdauer verhelfen kannst. Wie immer freuen wir uns über dein Feedback und wünschen viel Spass beim Ausprobieren!

 

Bilder: © Esm-Computer GmbH

Richard Dolp

Richard Dolp

Richard Dolp ist im Team der ESM Computer GmbH verantwortlich für den Vertrieb gebrauchter Hardware an Unternehmen und Geschäftskunden. Der 34-jährige ist Kundenberater aus Überzeugung und schraubt in seiner Freizeit für sein Leben gern an Computern und alten Mofas herum. Geschäftskunden erreichen Herrn Dolp von Montag bis Freitag telefonisch unter +49 8331 925 323 11 oder jederzeit per E-Mail unter richard.dolp@esm-computer.de .

2 Kommentare

  •    Reply
    Michael Blümel 25. Mai 2018 at 13:53

    Moin Herr Dolp,
    Danke für die tollen Hinweise über die SSD-Pflege etc.!

    Ich habe noch einen alten aber sehr funktionsfähigen IBM-T43 Laptop.
    Hier würde ich gerne eine neue SSD einbauen. Leider hat diese alte
    Festplatte keinen Sata III Anschluss. Ein Zwischenadapter passt nicht mit
    hinein! Haben Sie eine Idee oder Möglichkeit dafür?
    Danke im Voraus! Gruß aus Oststeinbek
    KD-Nr.: 1112441

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