Akku-Rat: Ordentliche Lebensdauer für den Stromspeicher

Akku-Rat: Ordentliche Lebensdauer für den Stromspeicher

Akku-Rat: Die Lebensdauer des Akkus verlängern

Kabel sind ziemlich 90er. Wer vor 20 Jahren am Computer arbeitete, tat dies meist vor einem klobigen flimmernden Röhrenbildschirm inmitten einer illustren Auswahl diverser Leitungsstränge, die Rechner, Monitor und sperrige Hardware-Peripherie mit Strom, Bildsignalen und Daten versorgte. Mit dem PC mobil sein beutete damals, 30 Kilogramm Technik abzubauen, ins Auto zu wuchten und an anderer Stelle wieder aufzustellen. Hatte man dabei eines der mindestens fünf Kabel vergessen, konnte diese Form der Leibesertüchtigung schnell ein sehr frustrierendes Unterfangen werden.

Lithium-Ionen-Akku

Lithium-Ionen-Akku*

Leibesertüchtigung im Zusammenhang mit Computern ist dank ein Kilo leichter Notebooks und noch fliegengewichtigerer Tablets und Smartphones kein Thema mehr. Auch ein vergessenes Kabel ist heute allenfalls beim Netzteil noch von Bedeutung. Datenübertragung erfolgt per Bluetooth, WLAN oder Mobilfunknetz. Die Energie zum Tippen, Internetsurfen, Telefonieren oder Spielen kommt dabei vom Akku, um den sich ebenso viele Mythen wie fälschlich gut gemeinte Anwendungstipps ranken. Ein kleine Orientierungshilfe, wie man den Energiespeicher richtig nutzt und damit langlebiger macht, tut also ganz offensichtlich Not.

Dein Akku, das unbekannte Wesen

Akkus haben vermutlich alle schon mal gesehen. Es gibt sie in groß und vor allen Dingen in klein. Sie sind wiederaufladbare Speicher für elektrische Energie auf elektrochemischer Basis. Wegen der Fähigkeit, relativ viel Energie auf kleinem Raum speichern zu können, sind Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus heute die am weitest verbreiteten Vertreter ihrer Art. Man findet sie mittlerweile nahezu in allen Smartphones, Tablets und Notebooks, wo sie die alten Nickel-Metallhydrid-Akkus vollständig abgelöst haben.

Akkus sind aber auch Verschleißteile, die durchschnittlich 1000 Ladezyklen schaffen, ehe sie deutlich an Kapazität verlieren. Ein Ladezyklus entspricht dabei einer kompletten Entladung und Ladung. Wer den Energiespeicher seines Smartphones täglich vollständig aufbraucht und anschließend wieder auflädt, wird also problemlos knappe drei Jahre den darin verbauten Akku nutzen können, ehe ein Austausch notwendig wird.

Wer hingegen täglich nur die halbe Kapazität des Akkus verbraucht und ihn anschließend wieder vollständig auflädt, hat doppelt so lange Zeit bis zum Wechsel des Energiespeichers. Ein vollständiger Zyklus gilt nämlich erst dann als abgeschlossen, wenn dem Akku in einzelnen oder mehreren Schritten auch tatsächlich 100 Prozent seiner Ladungskapazität zugeführt wurden.

Akkus richtig laden

Auch wenn Akkus von außen relativ simpel aussehen, finden im inneren komplexe Reaktionen statt, die es ermöglichen, dass die gespeicherte chemische in elektrische Energie umgewandelt wird. Wasser und mechanische Einwirkungen sind deshalb Gift für die Speicherzellen und können zum Totalausfall führen. Defekte Akkus erkennt man u. a. daran, dass sie sich unnatürlich aufblähen. In diesen Fällen ist ein Ausstausch des Energiespeichers unumgänglich und sollte schnellstmöglich erledigt werden.

Auch ist es ein Mythos,  dass man Akkus für eine lange Lebensdauer am besten immer vollständig laden und entladen sollte. Am schonensten für moderne Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus ist es, wenn sich die Ladung zwischen 30 und 70 Prozent bewegt. Wenn also der Akkustand niedrig ist, sollte man kurz laden. Eine Tiefenentladung schadet dem sensiblen Energiespeicher ganz besonders. Ist der Akku hingegen noch gut mit Elektronen gefüllt, sollte man besser auf einen Ladevorgang verzichten.

Zwischen Butter, Wurst und Käse

Akkus sind anfällig für starke Temperaturschwankungen. Bei unter 0 Grad Celsius sinkt die Leistungsfähigkeit des Energiespeichers deutlich. Bei Temperaturen jenseits der 40 Grad wird die Zell-Oxidation beschleunigt und der Akku altert wesentlich schneller. Daher sollten Notebook, Smartphone oder Tablet nicht bei extremer Hitze an den den Strom angeschlossen werden. Im Winter empfiehlt es sich hingegen, mobile Endgeräte möglichst warm zu verpacken und vor extremer Kälte zu schützen.

Übrigens: Sollte ein Akku über einen längeren Zeitraum nicht genutzt werden, lagert man ihn am besten im Kühlschrank. Dort altert der Stromspeicher bei einem Ladestand zwischen 40 und 50 Prozent am wenigsten.

Titelbild: © Andrey Popov – Fotolia.com
Bilder: *„NP-FT1 Li-ion“ von Das Original wurde von Taket in der Wikipedia auf Deutsch hochgeladen – Übertragen aus de.wikipedia nach Commons.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:NP-FT1_Li-ion.jpg#/media/File:NP-FT1_Li-ion.jpg

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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