Alle Daten im Browser gelöscht? Wahrscheinlich nicht!

Alle Daten im Browser gelöscht? Wahrscheinlich nicht!

Browserverlauf sicher löschen

Strg+Umschalt+Entf – wer sehr auf seine Privatsphäre beim Surfen im Internet bedacht ist, wird die Tastenkombination kennen, mit der sich Cache, Cookies und die Chronik in Firefox, Chrome und anderen Browsern für Windows löschen lassen. Doch wer glaubt, damit seine Spuren komplett verwischt zu haben, irrt. Tatsächlich behält das Microsoft-OS eine Liste besuchter Internetseiten gut versteckt vorrätig.

Den Browser trifft keine Schuld

Nein, es liegt nicht an den Browsern, dass unter Windows nicht alle sensiblen Daten über das Löschmenü der Programme entfernt werden können. Übeltäter ist vielmehr ein schneller Puffer-Speicher, der sogenannte DNS-Cache, der eigentlich zum Wohl der Anwender gedacht war.

Die IPs von Webseiten werden unsichtbar angesteuert. Ruft ein Internetuser eine bestimmte Seite (zum Beispiel www.esm-computer.de) auf, fragt der PC nach deren IP. Diese Anfrage richtet sich an denen eigenen DNS-Anbieter. Ist im Menü des Routers oder in Windows kein bestimmter DNS-Server hinterlegt, nutzt der Computer normalerweise den jeweiligen Internetanbieter als DNS-Dienstleister. Der sucht die IP heraus und stellt die Kontaktaufnahme zur Webseite her. Dieser Vorgang dauert eine gewisse Zeit, so dass es meist schneller ist, IP-Informationen direkt vom PC zu nehmen. Dieser Idee trägt der DNS-Cache Rechnung, in dem Website-Adressen und IPs zwischengespeichert werden. Das Problem: Selbst wenn alle Browserdaten gelöscht wurden, bleiben die vom Betriebssystem gespeichtern Daten erhalten.

So wird der DNS-Cache gelöscht

Um zu sehen, was alles in im DNS-Cache gespeichert wird, drückt man zunächst den Shortcut Windows-Taste+R und gibt anschließend cmd in die Kommandozeile ein. In der Windows-Eingabeaufforderung kann man sich dann mittels des Befehls ipconfig/displaydns die sensiblen Inhalte anzeigen lassen. Um diese Daten zu löschen, startet man erneut das Programm cmd.exe und tippt anschließend ipconfig/flushdns in die Kommandozeile ein. Alle gespeicherten Browserdaten werden nun gelöscht. Um das gleiche Ergebnis zu erzielen, kann man aber auch ganz einfach Windows neu starten. Das dauert zwar länger, ist aber deutlich komfortabler in der Bedienung

Dauerhafte Schutzmöglichkeiten

DNS-Cache deaktivieren

DNS-Cache dauerhaft deaktivieren

Wer also großen Wert auf seine Sicherheit und Privatsphäre legt, sollte darauf achten, Windows immer gewissenhaft herunterzufahren. Wer dauerhaft den DNS-Cache deaktivieren möchte, drückt dazu einfach den Shortcut Windows+R und ruft in der Kommandozeile die Diensteverwaltung über services.msc auf. Dort macht man dann einen Doppelklick auf den DNS-Client-Eintrag, stellt den Starttyp auf Deaktiviert und wählt Beenden aus. Anschließend wird der Starttyp mittels Übernehmen > Okay gespeichert.

Titelbild: © Nmedia – Fotolia.com
Bild: © ESM-Computer GmbH

ESM-Computer

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