Amour fou: Meine Liaison mit Apple Music

Amour fou: Meine Liaison mit Apple Music

Amour fou: Apple Music & ich

Es gibt Dinge, in denen ich irgendwie altmodisch bin. Ich habe noch nie Kleidung im Internet gekauft und würde es auch nie machen. Ich kann E-Books nicht ausstehen und mache meine Notizen handschriftlich anstatt dafür die App meines Smartphones zu nutzen. Und da ich auch gute Plattenläden liebe, ist es eigentlich kaum verwunderlich, dass ich den Start des Musik-Streaming-Anbieters Spotify vor ein paar Jahren komplett verschlief. Streaming war – außer bei Filmen und Serien – bis zu diesem Sommer wirklich kein Thema für mich. Bis schließlich Apple Music startete.

3 Monate kostenlos

Okay, es stimmt, wenn Freunde und Kollegen sagen, dass ich Dinge lieber kaufe, wenn sie irgendwo ein Apfel-Branding tragen. Zumindest trifft das auf Notebooks, Tablets, Smartphones, MP3-Player und TV-Boxen zu. Apple Music gehörte bisher aber nicht zu diesen Begehrlichkeiten. Ganz im Gegenteil. Das gewaltige Presseecho im Netz auf den neuen Dienst ignorierte ich eher, als dass ich mich ernsthaft mit dem Thema beschäftigte. iOS 8.3 blieb auch Wochen nach dem Erscheinen der 8.4er Version, die Apple Music einführte, auf meinen mobilen Endgeräten installiert. Die Heinweise auf meinem MacBook, dass ein Update mit dem Streaming-Angebot verfügbar sei, klickte ich einfach weg.

Aber irgendwann installierte ich doch die Updates auf meinen Geräten  und teste die neue Musik-App bzw. das neue iTunes mit Apple Music ausgiebig. Das kostenlose dreimonatige Probeabo erleichterte mir diesen Schritt. Schließlich lockte die größte mir bekannte Musiksammlung und 7, das neue Album des Berliner DJs Paul Kalkbrenner, von dem ich bis dahin nur einzelne Hörbeispiele kannte.

Apple Music auch für Android-Geräte

30 Millionen SongsAber gehen wir ein bisschen in die Tiefe: Wer Apple Music nutzen will, benötigt dafür mindestens ein iOS-Gerät mit der Version 8.4, einen Mac oder Windows-PC mit iTunes ab Version 12.2. Nutzer anderer Betriebssysteme gehen derzeit leer aus. Wie Fachkreise berichten, plant Apple allerdings im Herbst eine eigene Streaming-App für Android-Geräte, was – nebenbei bemerkt – eine kleine Sensation in der Firmengeschichte des iPhone-Herstellers wäre.

Apple Music in iTunesApple Music ist bei iOS-, MacOS- und Windows-Geräten Bestandteil der neuen Musik-App bzw. des neuen iTunes und in die sechs Sektionen Für Dich, Neu, Radio, Connect, Playlists und Meine Musik unterteilt. Bis auf kleine Unterschiede in der Bedienung ist die Nutzerführung bei allen Geräten weitestgehend identisch und im Grunde selbsterklärend. Jedenfalls habe ich sofort verstanden, wo ich die Musik finde, die ich auch hören will.

Apple Music streamt Titel mit 256 Kilobit pro Sekunde und bewegt sich damit auf dem Qualitätsniveau von iTunes-Downloads. Andere Anbieter wie beispielsweise Spotify in der Premiumvariante bieten zwar mit 320 Kilobit pro Sekunde eine etwas höhere Datenrate und somit einen noch besseren Klang. De facto allerdings sind die Unterscheide so gering, dass sie nur sehr gut geschulten Ohren auffallen. Ohnehin kann gestreamte Musik niemals so satt und gut klingen wie CDs oder Schallplatten, die über eine solide HiFi-Anlage abgespielt werden.

Keine Verlängerung

Aber obwohl Apple Music eine wirklich tolle Sache ist, werde ich meinen Testzeitraum nicht kostenpflichtig verlängern. Es liegt nicht am Geld. 10 Euro monatlich für ein Streaming-Angebot mit 30 Millionen Songs im Portfolio erscheinen mir mehr als fair. Rund das Dreifache gebe ich ohnehin jeden Monat für neue CDs und LPs aus. Nein, es liegt daran, dass ich meine Musik nicht mieten sondern besitzen will. Ich mag die Erwartungen, die mit dem Kauf jedes neuen Tonträgers verbunden ist. Ich liebe es, die Platten nach dem Hören wieder in die Hülle zu packen und einzusortieren. Niemals möchte ich auf das kunstvoll gestaltete Booklet eines gut gemachten Albums verzichten.

Für viele wird sich das ziemlich 90er-Jahre-mäßig anhören. Aber ich erwähnte ja bereits, dass es Dinge gibt, in denen ich irgendwie altmodisch bin.

Titelbild: © olly – Fotolia.com
Bilder: © ESM Computer GmbH

 

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Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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