Die 4 wichtigsten Monitoranschlüsse kurz erklärt

Die 4 wichtigsten Monitoranschlüsse kurz erklärt

VGA-Stecker2

Die 4 wichtigsten Monitoranschlüsse kurz erklärt

Im täglichen Support für unsere Kunden wird mir sehr oft die Frage gestellt, welche verschiedenen Monitoranschlüsse es denn gibt oder worin genau denn die grundlegenden Unterschiede zwischen den einzelnen Standards liegen. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, um euch an dieser Stelle einen kleinen Überblick über das Thema zu verschaffen und vielleicht für etwas Klarheit im Verbindungs-Dschungel zu sorgen.

Der Klassische: VGA

VGA-Buchse

Das Kürzel VGA steht für englisch „Video Graphics Array“ und ist der älteste unserer hier vorgestellten Bildschirmanschlüsse. Erstmalig eingeführt im Jahre 1987, ist dieser Anschluss auch heute noch an fast jedem Notebook oder PC zu finden.

Probleme mit modernen Flachbildschirmen möglich

Allerdings handelt es sich bei dem VGA-Anschluss um einen rein analogen Standard. Dies kann bei dem Betrieb der heutigen modernen Flachbildschirme zu Problemen führen. So muss das – zuerst einmal digitale – Bild der Grafikkarte zunächst einmal in ein analoges Signal gewandelt werden, so dass es durch das VGA-Kabel übertragen werden kann. Nach der Übertragung wandelt der Monitor das ankommende analoge Signal wiederum in ein digitales Signal um, welches letztendlich dann angezeigt wird. Durch diese doppelte Umwandlung entstehen in der Übertragung nicht unerhebliche Zeit- und Qualitätsverluste. Dies resultiert – je nach Bildschirmauflösung – in unscharfen oder stockenden Bildern.

Auch hohe Auflösungen sind realisierbar

VGA-Stecker

Prinzipiell eignet sich der VGA-Anschluss durchaus auch für sehr hohe Auflösungen jenseits des Full-HD Bereichs. Dies ist aber aus den oben genannten Gründen nur sehr bedingt empfehlenswert. Auch bezüglich der maximalen Kabellänge sind dem VGA deutliche Grenzen gesetzt. So sind Längen von mehr als 5 Metern nur durch sehr hochwertige – und damit teure – Spezialkabel realisierbar, welche über eine geringe Dämpfung, eine hohe Abschirmung und einen koaxialen Aufbau verfügen müssen, um das Signal noch einwandfrei zu übertragen.

Bei modernen digitalen LCD-Flachbildschirmen ist, falls vorhanden, der digitale DVI-Anschluss vorzuziehen, da durch die Analogisierung des Bildes durch die Grafikkarte und die anschließende Re-Digitalisierung des Bildes im Displaycontroller unweigerlich Qualitätseinbußen entstehen.

Der Digitale: DVI

Beim Digital Visual Interface (kurz: DVI) – Anschluss handelt es sich dagegen um die erste rein digitale Schnittstelle zur Bildübertragung im Computerbereich. Allerdings kann eine Art von DVI, nämlich DVI-I, auch analoge Bilder übertragen, so dass DVI lange Zeit als Universalschnittstelle für die Ausgabe von analogen und digitalen Videosignalen gleichermaßen verwendet wurde. Durch die digitale Datenübertragung ergeben sich jedoch meist entscheidende Qualitätsvorteile gegenüber der (analogen) Verbindung mit einem VGA-Kabel.

Kommunikation zwischen Computer und Monitor

Beim Aufbau einer Verbindung wird bestimmt, ob eine Single-Link- oder eine Dual-Link-Verbindung verwendet wird. Außerdem werden Auflösung, Bittiefe, Bildfrequenz und Verschlüsselung vereinbart. Diese Vereinbarung erfolgt, indem der Monitor neben seinem Hersteller, Modell, Seriennummer und Farbkalibrierdaten seine unterstützten Videomodi dem Computer mitteilt. Sendet der Computer dagegen ein nicht unterstütztes Videoformat, so wird häufig gar kein Bild dargestellt.

Auch hier: Begrenzung der Kabellänge

Die maximale Leitungslänge beim Anschluss eines Monitors hängt von der Dämpfung und dem Übersprechen in der Verbindungsleitung sowie von der Qualität der Signalverstärkung ab. So sollte eine Länge von 10 m nicht überschritten werden. Bei größerer Leitungslänge muss ein DVI-Verstärker zwischen zwei Kabelabschnitten eingesetzt werden. Nutzt man die analoge Übertragung, wird bei unzureichender Signalqualität das Bild unschärfer; bei digitaler Übertragung bricht die Verarbeitung des ankommenden Signals wegen hoher Bitfehlerraten ganz zusammen.

Einfache Adaptierbarkeit auf HDMI

DVI-D und DVI-I sind elektrisch kompatibel zu HDMI. So kann mittels einfacher passiver Adapter ein DVI-D Gerät problemlos an eine HDMI-Schnittstelle angeschlossen werden.

Der Multimediale: HDMI

Stärken vor allem im Home-Entertainment

Der HDMI-Anschluss ist vor allem aus dem Bereich der privat genutzten Unterhaltungselektronik bekannt und bei unseren Business-Geräten nur vereinzelt anzutreffen. Die Abkürzung steht für High Definition Multimedia Interface und ist eine seit März 2002 entwickelte Schnittstelle für digitale Bild- und Tonübertragung. Sie zeichnet sich vor allem durch die höhere Qualität des ausgegebenen Signals sowie den integrierten Kopierschutz (DRM) aus. HDMI wurde bewusst so entworfen, dass es einen deutlich kleineren Stecker als der bisherige DVI-Anschluss hat und somit wertvoller Platz eingespart werden kann. Außerdem sollte es die Funktionen des DVI um die Übertragung von Audiosignalen erweitern.

Hohe Auflösungen und lange Kabel

Ab Version 1.3 spezifiziert HDMI Auflösungen mit 1440p. Monitore mit Auflösungen von 2560×1440 können von entsprechenden Grafikkarten oder On-Board-Grafik-Chipsätzen mit der nativen Auflösung gesteuert werden.

Von der HDMI-Organisation sind bisher maximal zehn Meter lange Kabel vorgesehen. Vereinzelt sind auch Längen bis zu 20 Metern erhältlich, die aber nicht in allen Fällen problemlos funktionieren. Außerdem gibt es spezielle Kabel mit Lichtwellenleitern, die eine Länge bis zu 100 Metern erlauben. Lange Kabel müssen im Allgemeinen bessere Hochfrequenzeigenschaften aufweisen, um eine fehlerfreie Datenrückgewinnung im HDMI-Empfänger zu gewährleisten. Für eine fehlerfreie Übertragung sind die Kabelqualität wie auch die Empfangseigenschaften des HDMI-Empfängers ausschlaggebend. Bei Kabellängen bis zu fünf Metern sind aufgrund der digitalen Übertragung auch minderqualitative Kabel ausreichend. Ab einer Kabellänge von ca. 10 Metern ist mit Übertragungsfehlern zu rechnen, die man durch qualitativ hochwertige Kabel reduzieren kann. Bildrauschen im herkömmlichen Sinn oder Artefakte wie bei der analogen Datenübertragung lassen sich bei HDMI daher generell ausschließen, sofern der HDMI-Transmitter beziehungsweise der HDMI-Receiver die Videodatenauflösung nicht begrenzt.

Der Moderne: Displayport

Einer für alles

DisplayPort wurde ursprünglich im Jahre 2006 entworfen, um den Umstieg auf digitale Schnittstellen zu beschleunigen, die Voraussetzung für eine höhere Anzeigequalität sind. Auch benötigt der Anschluss weniger Platz als VGA und DVI und ist daher besser für tragbare Geräte wie Notebooks geeignet. Im Unterschied zum konkurrierenden HDMI-Stecker ist eine mechanische Verriegelung der Steckverbindung vorgesehen. Technisch setzt DisplayPort auf eine Hauptverbindung (englisch Main Link) bestehend aus vier Lanes (Lane 0 bis Lane 3) mit hoher Bandbreite und geringer Latenz, die einen Datenfluss nur in einer Richtung erlaubt.

Höchste Auflösung und beste Signalqualität

Die aktuelle Version, DisplayPort 1.3, ermöglicht eine maximale Datenrate von 810 MByte/s pro Lane. Damit können über die verfügbaren vier Lanes bis zu 25,92 Gbit/s übertragen werden, was ohne Kompression eine maximale Auflösung von 5K (5120×2880) bei 60 FPS und 8 bit Farbtiefe erlaubt. Daneben beinhaltet der DisplayPort-Standard in Version 1.3 erstmals eine Kompression durch 4:2:0 Farbunterabtastung, so dass zukünftige UHD-2-Displays mit einer Auflösung von 8K (7680×4320) bei 60 fps und 8 bit Farbtiefe unterstützt werden.

And the Winner is…

Der eindeutige Gewinner dieser kleinen Zusammenstellung ist ganz klar der Displayport. Nicht umsonst soll dieser Anschluss auf mittel- und langfristige Sicht alle anderen Standards ersetzen. Langsam aber sicher beginnt der Displayport, sich auch abseits der Business-Geräte durchzusetzen und findet zunehmende Verwendung in High-End- und Gaming-Grafikkarten. Durch die (bisher) maximal mögliche Auflösung von bis zu 8k sollte dieser Anschluss auch für die kommenden Jahre und Computergenerationen die erste Wahl sein.

Ich hoffe, ich konnte euch das Thema Bildschirmanschlüsse etwas näher bringen, ohne euch zu sehr mit den technischen Details zu langweilen. Wenn euch dieser Bericht gefallen hat, dann hinterlasst einen Kommentar unter dem Beitrag und vergesst nicht, ihn zu Liken und zu Teilen.

Richard Dolp

Richard Dolp

Richard Dolp ist im Team der ESM Computer GmbH verantwortlich für den Vertrieb gebrauchter Hardware an Unternehmen und Geschäftskunden. Der 34-jährige ist Kundenberater aus Überzeugung und schraubt in seiner Freizeit für sein Leben gern an Computern und alten Mofas herum. Geschäftskunden erreichen Herrn Dolp von Montag bis Freitag telefonisch unter +49 8331 925 323 11 oder jederzeit per E-Mail unter richard.dolp@esm-computer.de .

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