Facebook holt die Kunden-Keule raus

Facebook holt die Kunden-Keule raus

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Sie führen ein Unternehmen? Sie haben eine Facebook-Seite für Ihre Firma eingerichtet? Sie unterhalten diese Seite ausschließlich, um Fans jeden Tag mit witzigen Beiträgen zu bespaßen? Wenn Sie „ROI“ in Zusammenhang mit „Social Media“ hören, denken Sie nur „MDE*“. Aber Sie freuen sich wie ein Schneekönig, wenn Sie wieder einmal mehr als 10 „Likes“ bei 1.000 „Impressions“ für irgendeinen Post abgestaubt haben, der eigentlich gar nichts mit Ihrem Geschäft zu tun hat?

Pech für Sie, denn gewerbliche Spaßmacher werden zukünftig deutlich weniger Freude am sozialen Netzwerken haben. Aber auch alle anderen, die Facebook bereits aktiv als Vertriebskanal nutzen, sollten sich jetzt sehr genau mit den ab nächstem Jahr gültigen Werberichtlinien des Social Network-Marktführers beschäftigen.

*Mir doch egal!

Neuer Abzocke-Trick: Facebook beruft sich auf Kunden-Umfragen

Schon die Meldung ist ein Witz: Facebook will die Reichweite für Unternehmensmeldungen senken, die von den Nutzern des Netzwerks als werblich empfunden werden. Diese Ankündigung muss man erst einmal auf sich wirken lassen! Unternehmensbeiträge, die als werblich empfunden werden – das klingt wie „ein bisschen schwanger“ oder „ein bisschen tot“. Es hört sich jedenfalls so an, als sollten Unternehmen einzig bei Facebook angemeldet sein, um bei Facebook angemeldet zu sein. Als würden sich die Marketing-Mitarbeiter einer Firma nur aus Spaß an der Freude jeden Tag neue originelle Posts einfallen lassen.

Facebook Aktion

Scheinbehauptung: Aktionen bei Facebook sind beliebt!

Dass das natürlich Unsinn ist, weiß auch Facebook und bietet seit einigen Jahren als Absolution für niedere Absichten (Werbung und Abverkauf) Fan-Reichweite gegen Bares. Deklariert wird das ganze dann seit dem vergangen Jahr als eine Art Strafgebühr für fehlende Relevanz, wobei die Kriterien für hochwertige Inhalte nicht etwa von den Facebook-Nutzern sondern von dem sozialen Netzwerk nahezu im Alleingang festgelegt werden. Untermauert wird dieses Vorgehen dann mit dubiosen User-Umfragen, von denen zwar selbst viele Socia Media-Profis im Vorfeld nichts gehört haben, mithilfe derer aber eifrig behauptet wird, dass sich Facebook-Mitglieder deutlich weniger Werbung zwischen den Beiträgen ihrer durchschnittlich 342 Freunde wünschen.

Unbeliebt ist angeblich Unternehmenskommunikation jeder Art

Als besonders unbeliebt wurden dabei so ziemlich alle Posts indentifiziert, die die Unternehmenskommunikation über Facebook ausmachen. Egal ob Aktionsteilnahme, Wetteinladung, Kaufaufforderung oder Beitrag mit Anzeigeninhalt – alles wird möglicherweise schon bald auf dem Social Media-Abstellgleis landen, was bisher kostenlos war, einen kommerziellen Charakter hat und als normaler Post daherkommt.

Facebook lässt seine Geschäftskunden im Unklaren

Es ist selbstverständlich auch für ein soziales Netzwerk völlig in Ordnung, für Werbung Geld zu verlangen. Und es ist auch normal, dass die Reklamepreise den allgemeinen Geschäftsentwicklungen mit der Zeit angpasst werden müssen. Das passiert nicht nur bei Facebook sondern auch bei allen anderen Medienunternehmen regelmäßig. Ein Produkt der Selbstvermarktungsstrategie von Facebook ist es aber, die Grenze zwischen Werbung und Content bei Unternehmensbeiträgen dermaßen fließend und unberechenbar zu gestalten, dass es selbst von gestandenen Marketeers schon einiges an Fingerspitzengefühl erfordert, um überhaupt in einem finanziell vernünftigen Rahmen Werbung planen zu können. Einfach mal mehrere tausend Euro Budget für fragwürdige Ergebnisse mit stark schwankender Reichweite ausgeben, kann und will sich nämlich kaum ein Unternehmen dauerhaft leisten.

Was die Kunden-Umfragen-Keule so unglaublich zynisch macht, ist, dass es auch zukünftig nicht weniger Werbung auf Facebook geben wird. Und genau deshalb muß der Konzern jetzt ganz schnell reagieren und klar kommunizieren, welche Beiträge er mit der Umstellung der Werberichtlinien ab dem kommenden Jahr abstrafen und mit „Bußgeldern“ belegen will. Ansonsten könnte die Diskussion um die Sinnhaftigkeit des sozialen Netzwerks als geeignete Werbeplattform weiter an Schärfe gewinnen.

Bilder: © ESM Computer GmbH, Titelbild: © nanomanpro – Fotolia.com

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Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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