Gebrauchte Computer – aktiver Beitrag zum Umweltschutz

Gebrauchte Computer – aktiver Beitrag zum Umweltschutz

Gebrauchte Computer - Umweltschutz

Seit einem Jahr sind wir beide nun schon unzertrennlich. Wir sind ein Herz und eine Seele, Bonny und Clyde, Pech und Schwefel. Ihm habe ich mehr anvertraut als meinem besten Freund. Er weiß alles über mich, kennt meinen Kontostand, weiß um meine merkwürdige Vorliebe für schwedischen Trash Metal und hat es mir nie übel genommen, wenn ich lautstark über ihn geschimpft habe. Jetzt aber ist unsere innige Liaison zu Ende. Ich habe in einem unachtsamen Augenblick Kaffee über die Tastatur meines Notebooks gekippt und der Elektronikmarkt verlangt utopische 329 Euro für die Reparatur.

Jährlich gehen 12 Millionen Computer über die Ladentheke

2013 wurden in Deutschland über 12 Millionen Computer verkauft. Während Unternehmen und Behörden sich bei Neuanschaffungen eher zurückhielten, waren es vor allem Endverbraucher, die MediaMarkt, Aldi und Co. massenhaft neue Computer abkauften. Rund 60 Prozent aller verkauften PCs gingen an Privatkunden.

Gebrauchte Computer völlig ausreichend für viele Endkunden

Die Motive für den Kauf eines neuen Computers sind nicht selten von der aggressiven Werbe-und Preispolitik des Einzelhandels geleitet. „Wer keine grafisch aufwendigen Programme nutzt, kann auch einen vier, fünf Jahre alten gebrauchten Computer kaufen”, rät Jaroslav Smycekvon der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Tatsächlich reicht für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Internet und E-Mail immer noch ein 800 Mhz-Rechner aus. Betrachtet man in diesem Zusammenhang, welche Programme und Funktionen besonders häufig genutzt werden, wird schnell deutlich, dass die wenigsten Käufer neuer PCs auch tatsächlich leistungshungrige 3D-Games spielen.

Dabei ist der Kauf eines gebrauchten Computers nicht nur wesentlich kostengünstiger sondern vor allem ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. In jedem PC, Notebook oder Tablet sind neben den unterschiedlichsten Kunststoffen auch Metalle und Edelmetalle verbaut. Ältere Monitore enthalten zudem krebserregende Stoffe wie Cadmium, Quecksilber oder Blei, deren Entsorgung aufwendig und nicht unproblematisch ist.

Allein in der Bundesrepublik mussten 2005 mehr als 110.000 Tonnen IT-Schrott entsorgt werden. Ein Großteil dieses Schrotts, nämlich geschätzte 50 bis 80 Prozent, wird in die Schwellenländer Asiens und Afrikas exportiert. Die Entsorgung vor Ort erfolgt meist per Hand und mit primitivsten Mitteln. Kinderarbeit ist eher Regel als Ausnahme, Sicherheits-oder Umweltschutzauflagen sind selten. Nicht verwertbare Teile und Gefahrstoffe landen auf riesigen Müllkippen und kontaminieren die Umgebung. Zwar arbeiten Forscher an Verfahren, um die Wiederverwertung zu verbessern und zugleich die Gesundheitsgefahren zu verringern, dennoch beträgt in den Entwicklungsländern die Recyclingquote bei Metallen lediglich 15 Prozent im Vergleich zu 70 Prozent in den westlichen Industrienationen.

Und gerade der Bedarf an Metallen ist enorm. Hersteller von Computern, Tablets und Smartphones verbrauchen jährlich Gold und Silber im Wert von 17 Mrd. Euro. Hinzu kommen riesige Mengen an Kupfer, Zinn, Lithium und anderen Rohstoffen. Wer einmal die Bilder afrikanischer Goldminen gesehen hat, weiß sofort, dass das immer mit einem massiven Eingriff in die Natur verbunden sein muss. Tatsächlich ist die Schwermetallbelastung in den Abbaugebieten gefährlich hoch, wie Greenpeace seit Jahren bemängelt.

Gebrauchte Computer haben die bessere Energiebilanz

Doch selbst wenn alle Computer zu 100 Prozent recycelbar wären und nicht immer neue Rohstoffe aus der Erde geholt werden müssten – es bleibt der hohe Energieaufwand der Produktion. Die Herstellung eines neuen PCs kostet heute etwa 3.000 Kilowattstunden Energie, wie das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie errechnet hat. Das ist mehr als ein Zwei-Personen-Haushalt in einem ganzen Jahr verbraucht. Ein PC mit 150 Watt Stromverbrauch kann mit dieser Energiemenge mehr als sechs Jahre acht Stunden täglich laufen. Eher selten sind Computer aber so lange und vor allem so stark frequentiert im Einsatz. Betrug die durchschnittliche Lebensdauer eines PCs in den 1990er Jahren noch sieben Jahre, sind es heute lediglich drei. Damit ist die Herstellung in der Gesamtenergiebilanz wesentlich umweltschädlicher als der Betrieb.

Gebrauchte Computer schonen nicht nur das Portemonaie

Gebrauchte Computer im Online-Shop

Aktiver Umweltschutz: gebrauchte Computer im Online-Shop

Die Sonderangebote im Elektronikmarkt waren wirklich verlockend, ich musste hart mit mir ringen. Natürlich wäre ein neues Notebook schick gewesen. Auch hätte ich mich sehr über einen USB 3.0-Anschluss und ein höher auflösendes Display gefreut. Aber letztlich hat mich eine Internetrecherche schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt: einen adäquaten gebrauchten Computer bekomme ich vom Fachhändler für knappe 250 Euro, ein gutes Gewissen und ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz inklusive. Selten ist mir eine Kaufentscheidung leichter gefallen.

Bilder: © ESM Computer GmbH, Titelbild: © Eisenhans – Fotolia.com

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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