iPhone: Akku laden für Profis

iPhone: Akku laden für Profis

iPhone-Akku richtig laden

Einfach das Ladekabel ins Netzteil oder in den USB-Hub des Computers stecken und mit dem Mobiltelefon verbinden. Den Akku eines iPhones mit neuer Energie zu versorgen, ist im Grunde kinderleicht. Könnte man meinen. Doch ganz so einfach ist es leider nicht.

Hohe Temparturen meiden

Sommertag in Cupertino

Sommertag in Cupertino

Kalifornien, also der US-Bundesstaat, in dem das iPhone erfunden wurde, ist bekannt für lange Winter und einen kurzen, kühlen Sommer. Dementsprechend funktioniert der Akku des Apple-Verkaufsschlager am besten zwischen 16 und 22 Grad Celsius und wurde für die Nutzung von 0 bis maximal 35 Grad entwickelt. Liegen die Temperaturen über diesem Toleranzbereich, kann die Leistungsfähigkeit des Energiespeichers dauerhaft beeinträchtigt werden. Zeigt das Thermometer hingegen 0 Grad oder weniger an, ist die Laufzeit nur solange beeinträchtig, bis die Temperaturen wieder positive Werte erreichen. Wenn Sie also den nächsten Urlaub planen, sollten Sie bei einer Reise in den Süden entweder auf Ihr iPhone verzichten oder Ihre Ferien gleich in Gegenden verbringen, in denen Sie sich ganzjährig über strengen Frost oder kühle, verregnete Sommerabende freuen können (z. B. Nordpol, Südpol, Himalaya, Schottland).

iPhone beim Laden aus der Hülle nehmen

Gerade weil das iPhone ganz offensichtlich für die kühleren Regionen der Erde entwickelt wurde, ist das Handy so etwas wie der Nacktmull unter den Smartphones. Jede Art von Verhüllung ist ihm zuwider. Besonders deutlich wird das beim Ladevorgang. Werden dem iPhone-Akku frische Elektronen zugeführt, staut sich unter jeder Schutzhülle die Wärme. Die Wahrscheinlichkeit ist dann groß, dass die niedrige Temperaturgrenze von 35 Grad überschritten wird und der Energiespeicher des Geräts Schaden nimmt. Wer also sein iPhone laden will, sollte die Hülle unbedingt jedesmal entfernen und sich – sofern es sich wie bei meinem Telefon um ein windiges Cover aus Hartplastik handelt – schon mal im Internet nach Ersatz umsehen.

iOS-Updates installieren

Das Installieren von Updates ist nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung von iPhone-Usern. Dennoch enthalten die Software-Neuerungen wichtige Systemverbesserungen und Fehlerbehebungen, die meist schnell heruntergeladen und binnen weniger Minuten eingespielt sind. Wer Sie also möglichst viel aus dem Akku Ihres Spitzen-Smartphones herausholen wollen, sollten Sie immer den Empfehlungen von Apple folgen und die angebotenen Updates möglichst bald installieren.

WLAN statt Mobilfunk nutzen

Der deutsche Sonderweg – die Störerhaftung – ist abgeschafft. Endlich können auch Betreiber von Ladengeschäften, Restaurants und Cafés kostenfreien kabellosen Internetzugang anbieten, ohne Angst davor haben zu müssen, dass sie das kleinkriminelle Surfverhalten ihrer Kundschaft in den finanziellen Ruin treibt. Nutzen Sie diesen neuen Spielraum und loggen Sie sich, wann immer Sie können, in kostenlose WLAN-Anbindungen ein. Das schont den Akku richtig und reduziert den leider immer noch völlig überteuerten Datenverbrauch Ihres Mobilfunkvertrages.

Stromsparmodus nutzen

Mit der aktuellen Version von iOS wurde ein Stromsparmodus eingeführt. Er kann aktiviert werden, wenn die Ladung des Akkus auf 20% abfällt. Schalten Sie ihn ein, werden kleine unauffällige Anpassungen u. a. an der Displayhelligkeit und an E-Mail-Abfragen im Hintergrund vorgenommen, die den Energiespeicher des iPhones deutlich länger durchhalten lassen.

Energieschlucker aufspüren

Unter Einstellungen > Batterie können Sie einsehen, wieviel Energie die jeweiligen Apps benötigen und die jeweiligen Programme in ihre Schranken weisen.

Facebook-App deinstallieren

Facebook zum Home-Bildschirm hinzufügen Die Facebook-App mag komfortabel und übersichtlich sein, doch bremst sie auch andere Anwendungen aus und ist ein wahrer Stromfresser. Sie benötigt bis zu 15% der Akkuleistung. Deinstallieren Sie das Programm deshalb am besten und fügen Sie einfach die mobile Internetseite des sozialen Netzwerks dem Home-Bildschirm hinzu.

Hintergrundaktualisierungen deaktivieren

Einige Apps rufen Daten ab, was mitunter sehr zu Lasten des Akkus geht. Ein prominentes Beispiel dafür ist die Mail-App. Wenn es Ihnen genügt, dass Nachrichten erst abgerufen werden, sobald die Anwendung gestartet wird, können Sie beim iPhone die Hintergrundaktualisierung der Mail-App und anderer Programme unter Einstellungen > Allgemein deaktivieren.

Ortung deaktivieren

Datenortung frisst unglaublich viel Strom und belastet den Akku stark. Da es erfahrungsgemäß viele Apps gibt, die nicht immer über Ihren Standort informiert sein müssen, können Sie unter Datenschutz > Ortungsdienste überflüssige Lokalisierungen deaktivieren.

Push-Funktion deaktivieren

Jede Bildschirm-Aktivierung kostet Akku-Laufzeit. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie auch nur von Apps benachrichtigt werden, deren Informationen für Sie relevant sind. Allen anderen Anwendungen können Sie die Erlaubnis hierfür unter Einstellungen > Mitteilungen entziehen.

Flugmodus aktivieren

Ist der Netzempfang schlecht, sucht das iPhone automatisch nach einer besseren Verbindung. Das belastet den Akku stark. In einem solchen Fall ist es daher sinnvoll, den Flugmodus zu aktiveren, der die Suche nach Mobilfunk- und WLAN-Signalen unterdrückt.

Tolles Smartphone, nerviger Akku

Das iPhone macht vieles richtig. Das Design und die Benutzeroberfläche sind einfach einmalig. Kein Android-Smartphone kann da mithalten. Doch beim Akku muss Apple endlich mal richtig nachlegen. Die ständige Jagd nach einer Stromquelle und das permanente Deaktivieren von praktischen Funktionen aus Energiespargründen nerven einfach.

Titelbild: © johnwilhelm – Fotolia.com
Bilder: © ESM-Computer GmbH

 

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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