Meine erste Woche mit Windows 10

Meine erste Woche mit Windows 10

Windows 10

Obwohl ich eigentlich ein ausgewiesener Fan von Apple-Produkten bin, konnte ich in den letzten Tagen meine Neugier auf das neue Windows 10 kaum zügeln. Ich freute mich einfach wahnsinng auf den Release des Betriebssystems. Lieber heute als morgen hätte ich den neuen Browser Edge, das bei Windows 8 verloren gegangene Startmenü und den Sprachassistenten Cortana getestet, von dem ich im Vorfeld so viel Gutes gehört hatte. Ich wollte das neue Design erleben und den für mich ultimativen Vergleich zwischen dem gewohnten MacOS und dem neuesten Betriebssystem von Microsoft ziehen. Ich fühlte mich fast ein wenig wie ein kleiner Junge an Heiligabend, nur mit dem Unterschied, dass diesmal die Geschenke nicht unter dem Weihnachtsbaum lagen sondern in Form von Nullen und Einsen auf meinem Mac.

Holpriger Start

Eine gute Woche ist das jetzt her, und leider erwies sich mein Start in die neue Welt von Windows 10 als ein wenig holprig. Erst ließ der automatische Rollout auf sich warten, obwohl ich das neue Betriebssystem bereits anderthalb Wochen vor dem Release ganz offiziell bei Microsoft reserviert hatte. Dann wollte auch die manuelle Installation in Windows 7 nicht klappen. Nachdem ich dreimal vergeblich versucht hatte, Windows 10 herunterzuladen (immerhin 3 Gigabyte pro Ladevorgang) und der Download jedesmal bei ca. 99 % der Datenmenge abbrach, hatte ich genug. Ich entfernte kurzerhand die Bootcamp-Partition von meinem Mac und installierte Windows 7 samt aller notwendigen Updates erneut. Danach – einige Stunden später – funktionierte das Upgrade endlich einwandfrei.

Gelungenes Design

Windows 10: eigentlich wie immer

Windows 10: Vertrautes Design

Kennnen Sie das Gefühl, am Lenkrad eines Autos Platz zu nehmen, dessen Vorgängermodell sie bereits besaßen? Auch wenn alles gründlich überarbeitet und mordernisiert wurde, wirkt das Auto irgendwie vertraut. Knöpfe, Regler und Schalter sitzen an gewohnten oder zumindest erwartbaren Stellen. Man kann das Fahrzeug direkt starten und losfahren. Nervige Einweisungen oder gar das Lesen einer Betriebsanleitung sind erst einmal nicht notwendig.

Genauso verhält es sich im Grunde mit Windows 10. Man installiert das Betriebssystem und legt los. Windows 7-Verfechter kommen gut mit dem neuen Microsoft-OS zurecht, weil es wieder einen Startbutton gibt. Windows 8-User werden das Betriebssystem mögen, weil es auch weiterhin die Möglichkeit gibt, mit schlanken Apps zu arbeiten, die über Kacheln im Startmenü angesteuert werden. Wirklich neu ist an Windows 10 also auf den ersten Blick vor allem das zeitgemäße und gefällige Design.

Unter der Haube von Windows 10 hat sich viel getan

Das Positive an Windows 10 ist, dass es sich mit den gleichen Systemanforderungen begnügt wie die Vorgängerversionen 7 und 8. Wer also einen älteren Computer besitzt, auf dem zuvor Windows 7 flüssig lief, wird auch mit der neuesten Ausgabe des Betriebssystem-Klassikers viel Freude haben. Tatsächlich startet das OS auch ohne SSD an Bord recht zügig.

Ebenfalls neu ist, dass sich Windows erstmals automatisch in der Darstellung an das jeweilige Gerät anpasst, auf dem es installiert ist. Wer dennoch lieber auf seinem PC oder Notebook im Tablet-Modus arbeiten will, kann das mit einem Klick im Infobereich aktivieren. Im völlig neu gestalteten Info-Center lassen sich dann auch sehr bequem der Flug- und Stromsparmodus oder die Helligkeit einstellen.

Microsoft Edge

Edge: Gut, aber noch nicht restlos überzeugend

Leider nur teilweise überzeugen kann hingegen der Internet Explorer-Nachfolger Edge. Zwar lädt der Browser schnell und die Bedienung funktioniert intuitiv, aber sobald der Anwender von Bing auf Google als Standardsuchmaschine ausweichen will, wird es unübersichtlich. Dazu müssen nämlich erst umständlich die Google-Hauptseite geöffnet und anschließend in den erweiteren Einstellungen die Suchmaschinen-Konfigurationen geändert werden. Ob diese Praxis wirklich so zweckdienlich für Microsoft ist, darf bezweifelt werden. Sie ist aber sicherlich kaum geeignet, verlorenes Vertrauen und damit Marktanteile im hart umkämpften Browser-Markt zurückzugewinnen. Vor allem Google (Chrome) und die Programmierer des Mozilla-Projekts (Firefox) dürften sich also freuen.

Highlight Cortana

Auf die Frage, was denn der Sinn des Lebens sei, reagieren die Sprachsteuerungssoftware Siri und ihr Windows-Pendant Cortana sehr unterschiedlichWährend die Apple-Spracherkennung etwas von 42 schwadroniert, gibt sich Cortana beinahe philosopisch und antwortet knapp und sachlich: „Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.“ Gäbe es eine offizielle Meisterschaft zwischen den beiden Sprachprogrammen, stünde es jetzt 1:0 für Cortana.

Tatsächlich kann die Windows-Software auf ganzer Linie überzeugen. Sie funktioniert vom Prinzip her genau wie das Apple-Programm Siri. Cortana kann den Wecker stellen, eine Internet-Recherche starten oder eine Office-Anwendung öffnen. Das Programm hat nicht nur eine angenehme Stimme sondern arbeitet auch schnell und verzeiht relativ großzügig Undeutlichkeiten beim Sprechen. Wer also gerne mit seinem PC redet, wird mit Cortana viel Freude haben. Die Technik wirkt sehr ausgereift.

Windows 10 darf bleiben

Ich nasche gerne. Nicht nur Süßigkeiten oder Leckereien vom Wochenmarkt sondern gerne auch von neuer Technik. Dabei ist es für mich erstmal sekundär, ob die Software oder das Gerät ein Apfel-Branding hat oder nicht. Was zählt, sind praxistaugliche Innovationen. Andere Mütter haben schließlich auch schöne Töchter. Und Windows 10 ist wirklich ein bildhübsches Exemplar seiner Gattung, das ich so schnell nicht wieder von meinem Mac verbannen werde. Möge mich die Apple-Gemeinde dafür auch mit Verachtung strafen.

Video: Cortana singt

Cortana singt.Hier findet Ihr schon mal eine Preiview zu unserem Blogartikel am Montag. Wusstet Ihr, dass der Sprachassistent Cortana des neuen Betriebssystems Windows 10 richtig gut singen kann? 🙂

Posted by ESM Computer GmbH on Freitag, 7. August 2015

 

Titelbild: © Tiberius Gracchus – Fotolia.com
Bilder: © ESM Computer GmbH
Video: © ESM Computer GmbH

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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2 Kommentare

  •    Reply

    Super Rezension, und super abgeschlossen mit der Gesangseinlage der unverbesserlichen Cortana.
    Bin auch überzeugt von Windows 10, und von nun an nenne ich es auch nicht mehr windoof

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