Notebook-Kaufberatung für Otto Normalverbraucher

Notebook-Kaufberatung für Otto Normalverbraucher

Tipps zum Notebook-Kauf

Notebooks gibt es viele. Das passende Gerät zu finden, ist dementsprechend schwer. Damit Sie die Übersicht im Angebotsdschungel des Internets und der heimischen Elektromärkte nicht verlieren, möchten wir Ihnen einige Tipps an die Hand geben, worauf ein Kunde mit eher durchschnittlichen Ansprüchen beim Kauf eines Notebooks achten sollte.

Display

Notebook-Kauf TippsWie beim Fernseher so hat sich auch bei Notebooks das Seitenverhältnis 16:9 etabliert. Nur wenige Laptops weichen mit den Formaten 16:10 oder 21:9 von diesem Standard ab. Das früher gängige Seitenverhältnis von 4:3 findet sich heute fast gar nicht mehr im Handel.

Notebooks gibt es sowohl mit spiegelnden (glare) als auch matten (non-glare) Displays. Die meisten Modelle im Consumer-Bereich (Privater Endkundenbereich) sind heute mit einem spiegelnden Display ausgestatt. Das mag auf den ersten Blick hochwertig wirken, weil Inhalte besonders detail- und kontrastreich dargestellt werden, hat aber auch Nachteile. Insbesondere bei der Arbeit im Freien ist die Ablesbarkeit bei Glare-Displays stark eingeschränkt. Mitunter reichen schon die Reflexionen einer etwas helleren Lampen, um das Sehvergnügen deutlich zu schmälern. Außerdem ermüdet eine spielgende Diplay-Oberfläche die Augen des Anwenders deutlich schneller. Wer deshalb gerne auch mal auf der Terrasse tippen möchte oder viel am Notebook arbeitet, sollte sich unbedingt einen mobilen Rechner mit matter Bildschirmoberfläche kaufen, wie man sie vor allem bei gebrauchten Business-Geräten findet.

Anwendungsort und -zweck bestimmen aber nicht nur über die Art des Displays, sondern auch über dessen Größe. Wer viel reist, für den ist ein Notebook mit 10,1 bis 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale optimal. Wer hingegen seinen Laptop überwiegend an einem Ort verwendet, kann problemlos die größeren, aber auch deutlich schwereren Modelle mit bis zu 19 Zoll kaufen. Die bieten deutlich mehr Komfort beim Lesen, Tippen, Spielen und Filme schauen und sind mitunter sogar mit einer Tastatur mit Nummernblock ausgerüstet.

Festplatte

Auch rund 60 Jahre nach ihrer Erfindung sind Festplatten (HDD) noch immer der Standard in vielen Notebooks. Sie sind sehr günstig, bieten eine Menge Speicherkapazität mit bis zu 8 Terabyte und sind damit ideal für Anwender, die große Datenmengen zu sichern haben. Ihre Lesegeschwindigkeit ist jedoch eher niedrig, so dass sie seit einigen Jahren immer stärker vom sogenannten Solid State Drive (SSD) verdrängt werden. Tatsächlich starten Computer mit einem SSD-Laufwerk doppelt so schnell wie mit einer klassischen Festplatten. Dateien und Programme werden sogar bis zu viermal schneller geöffnet. Der Nachteil ist allerdings, dass SSDs immer noch verhältnismäßig teuer sind und über deutlich weniger Speichervolumen verfügen. Dennoch werden Sie nie wieder auf ein SSD verzichten wollen, wenn Sie erstmal eine Zeitlang die Arbeitsgeschwindigkeit eines Flash-Laufwerks genießen konnten.

Arbeitsspeicher

Der Arbeitsspeicher (RAM) ist so etwas wie das Kurzzeitgedächtnis des Computers. Er speichert die gerade auszuführenden Programme oder Programmteile und die dafür benötigten Dateien. Da der Prozessor unmittelbar auf den Arbeitsspeicher zugreift, sind seine Leistungsfähigkeit und seine Größe entscheidend für die Gesamtperformance des Rechners. Grundsätzlich nicht mehr kaufen sollten Sie daher DDR2-Speicher. Besser sind die heute üblichen DDR3- und DDR4-Module. Für viele Normalanwender und Einsteiger sind Notebook-Modelle mit vier Gigabyte DDR3-RAM durchaus ausreichend. Ein wirklich guter Wert sind hingegen acht oder mehr Gigabyte RAM. Wie bei vielen anderen Dingen gilt auch beim Arbeitsspeicher: Viel hilft viel.

Prozessor

Sie haben ein tolles Notebook-Schnäppchen bei Lidl, Aldi & Co. entdeckt? Dann seien Sie vorsichtig! Häufig wurde beim Prozessor gespart. Während bei guten Notebooks Intel-CPUs der Core i-Reihe üblich sind, verstecken sich in den Computern der Discounter häufig nur abgespeckte Varianten der größeren Geschwister mit Namen wie Intel Atom oder Intel Celeron. Zwar sind die kleinen CPUs für die allermeisten Anwendungen ausreichend, sobald es aber beim Spielen oder der Bildbearbeitung ein bisschen anspruchsvoller wird, kapitulieren die meisten und machen aus dem Notebook-Superschnäppchen aus dem Supermarkt einen Superflopp mit häufigen Programmabstürzen. Normalanwender und Einsteiger, die sinnvoll sparen wollen, sollten deshalb besser ein Notebook mit wenigstens einem Intel Core i3- oder i5-Prozessor der zweiten, dritten oder vierten Generation kaufen.* Die bieten ausreichend Leistungsreserven und sorgen dafür, dass das Arbeiten am PC auch längerfristig Spaß macht.

Anschlüsse

Je nachdem, wie viel periphere Hardware sie anschließen möchten, empfehlen sich Notebooks mit wenigstens drei USB-Anschlüssen. Welcher Übertragungsstandard Ihnen genügt, hängt im Wesentlichen von den Anforderungen Ihres Zubehörs ab. Haben Sie beispielsweise eine externe Festplatte, die für den Datenaustausch über den schnellen 3.0-Standard ausgelegt ist, sollten Sie auch darauf achten, dass Ihr Notebook über einen entsprechenden Anschluss verfügt. Andernfalls können Sie die Geschwindigkeitsvorteile nicht nutzen. Wollen Sie hingegen nur Maus und Tastatur anschließen, sind die langsameren USB 2.0-Schnittstellen vollkommen ausreichend.

Manche schwören auf den LAN-Anschluss Ihres Notebooks, andere halten ihn für völlig überbewertet. Business-Laptops lassen sich grundsätzlich immer auch per Kabel mit dem Internet verbinden, während man bei Geräten für Privatkunden eine entsprechende Netzwerk-Schnittstelle oft vergeblich sucht. Ob man einen LAN-Anschluss tatsächlich braucht, hängt vor allem davon ab, wo das Notebook verwendet werden soll. Grundsätzlich gilt dabei: Je schlechter der Empfang des WLANs, desto sinnvoller ist eine kabelgebundene Netzwerk-Schnittstelle.

Besitzen Sie einen externen Monitor, den Sie mit ihrem Laptop verbinden wollen, sollten Sie ebenfalls auch auf die Grafikschnittstelle achten. Standard bei Geräten für Privatkunden ist heute HDMI. Diese digitale Schnittstellentechnologie ist in der Lage, sowohl Bild als auch Ton zu übertragen und ist abwärtskompatibel, so dass auch Monitore, die nur über einen DVI-Eingang verfügen, über einen entsprechenden Adapter angeschlossen werden können. Gleiches gilt für den Displayport, wie er bei Business-Geräten üblich ist.

Die meisten Notebooks sind heute mit Bluetooth ausgestattet. Über diesen Funkstandard für kurze Distanzen lassen sich sowohl Mobiltelefone und Headsets als auch  Maus und Tastatur kabellos anschließen.  Das verhindert Kabelsalat und hält Anschlüsse am Gerät frei – eine absolut sinnvolle Sache.

Optische Laufwerke

Es ist sicherlich kein Fehler, ein Notebook mit optischem Laufwerk zu kaufen. Doch wer keine DVD auf dem Laptop schauen will und keine gebrannten Programme oder Daten besitzt und auch sonst nicht plant, demnächst die CD-Sammlung ins MP3-Format zu konvertieren, kann auf die Anschaffung verzichten. Cloud- und Streaming-Dienste und USB-Speichermedien bieten den gleichen Nutzen wie DVD, BluRay und Co., können aber nicht verkratzen und besitzen ein Vielfaches der Speicherkapazität.

Notebook-Gehäuse

Den Unterschied zwischen einem günstigen Notebook und einem Highend-Gerät machen nicht zuletzt das Gehäuse und die Scharniere aus. Spätestens nach ein paar Monaten oder Jahren werden Sie den Unterschied bemerken und sich freuen, doch nicht auf das knallhart kalkulierte Schnäppchen vom Discounter reingefallen zu sein.

 

* Die Prozessoren-Generation der Intel Core i-Reihe erkennen Sie anhand der Nummer der Typenbezeichnung. Während bei CPUs der ersten Generation diese Nummer dreistellig ist, ist sie bei allen anderen Generationen vierstellig und beginnt mit der Ziffer 2 für die zweite Generation, einer 3 für die dritte Generation usw. (z. B. Intel® Core™ i5-3320M 2,60 GHz – CPU der dritten Generation).

Bild: © ESM-Computer GmbH
Titelbild: © baranq – Fotolia.com

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2 Kommentare

  •    Reply

    Toller Beitrag!
    allerdings hätte ich da noch eine Frage wenn man den auch zum Spielen verwenden will
    kann man da die gleiche vorraussetzung wie hier nehmen? ohne das man 1000euro gleich investiert?
    Lg Sven

  •    Reply

    Hallo Sven 😀
    Je nachdem was und in welcher Auflösung du es spielen möchtest… Wenn du die neusten spiele auf der höchsten Auflösung spielen möchtest musst du schon drauf achten, dass du eine ziemlich aktuelle high end Grafikkarte verbaut hast und ordentlich Arbeitsspeicher vorhanden ist. Die oben genannten Tips sind mehr für den sagen wir mal „Standard Computer User“ der MS Office benutzt, im Internet surft und evtl. ein paar zusätzliche Programme installiert hat.
    Computer müssen immer passend zu den Tätigkeiten, die man mit ihnen vor hat, gebaut sein. In der Industrie werden z.B. auch ganz andere Computer und Tablets genutzt als die die wir vom Privatgebrauch kennen (beispielsweise CRE spezialisiert sich ausschließlich für Industrie-Computer falls du dich dafür interessierst).
    Ob du einen Gaming PC für unter 1000,- bekommst kommt ganz darauf an wie hoch deine Ansprüche sind, aber ich würde dir empfehlen den Computer selber zu bauen weil du dadurch zum einen Geld sparst und auf jeden Fall auch genau weißt, wieviel du für was ausgegeben hast.
    Viele Grüße

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