Size matters – auf die Größe kommt es an

Size matters – auf die Größe kommt es an

Mini-PC ESM Computer

Von rustikalen Schrankwänden aus dem Gelsenkirchener Barock

Seitdem Smartphones so groß sind, dass Männer schlimme Herrenhandtaschen tragen müssen, empfinde ich den Trend zu kleinen Mini-PCs als etwas äußerst angenehmes. Tatsächlich sind die kleinen Raumwunder im Milchtüten-Format nämlich der Beweis dafür, dass technische Evolution nicht bedeutet, dass Computer und Handys irgendwann die Größe einer rustikalen Eichenschrankwand aus dem Gelsenkirchener Barock haben müssen. Ganz im Gegenteil. Mini-PCs sind anders als Möbel aus der Nachkriegszeit eine echte funktionale und vor allem optische Bereicherung für Wohnung und Arbeitsplatz.

Wenn das Dschungel-Camp nervt

Mini-PCs von Lenovo, HP, FujitsuDie Dschungel-Fans unter Ihnen werden mir vermutlich beipflichten, wenn ich behaupte, dass wir es in diesem Jahr mit der langweiligsten Staffel aller Zeiten zu tun hatten: Von bekannter Prominenz (bitte entschuldigen Sie die leider heute nötige Tautologie), Witz und dramatischen Höhepunkten keine Spur. Glitzer fand sich einzig im Namen der Dschungel-Königin, wenn man unter einer Rechtschreibschwäche leidet und gerne Buchstaben verdreht. Der in den 80ern – mit Verlaub – gerne als „Rammeln, Töten, Lallen“ titulierte Fernsehsender RTL konnte zweifelsohne diesmal nicht an die Erfolge früherer Jahre anknüpfen. Gut also, dass es mittlerweile zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Streaming-Angebote im Internet gibt.

Die gute Nachricht zuerst: In den kostenlosen Mediatheken findet sich deutlich mehr als der Musikantenstadl und die letzten 300 Weihnachtskonzerte von und mit Helene Fischer. Die schlechte: Klausjürgen Wussow weilt schon länger nicht mehr unter uns. Sie werden daher leider auf einen weiteren Auftritt von Prof. Dr. Brinkmann in der „Schwarzwaldklinik“  unter dem Vorbehalt der Reinkarnation im fortgeschrittenen Alter verzichten müssen. Wer sich aber von dem Aus von Wussow und der beliebtesten deutschen Fernseh-Serie aller Zeiten (Achtung: schlechte ZDF-Propaganda) nicht beeindrucken lässt, den erwartet in den kostenlosen Internet-Mediatheken von ARD, ZDF und Co. ein reicher Fundus an spannenden Reportagen, kurzweiligen Spielfilmen und unterhaltsamen Serien.

Doch das Internet wäre natürlich nicht das Internet, wenn es nicht auch eine ganze Reihe kostenpflichtiger Streaming-Angebote geben würde. Ob Amazon Prime Instant Video, iTunes oder rtlnau.de (die URL existiert wirklich) – überall gibt es ausreichend Möglichkeiten, das schwer verdiente Geld für „Rambo“-Filme und andere kineastische Meisterwerke in HD-Qualität auszugeben.

So richtig Spaß machen Filmangebote aus dem Internet aber erst, wenn man sie auf den Fernseher streamen kann. Sich  beim Filmeschauen auf dem kleinen Laptop-Display das Kreuz verrenken kann schließlich jeder. Technisch raffinierter und letztlich gesünder ist es, seinen Fernseher mit einem Mini-PC zum Windows 7-Smart-TV zu machen.

Smart-TV mit Windows 7

Schnittstellen Mini-PCWer sein Wohnzimmer hasst, kann sich, um Internet-Videos am Fernseher zu schauen, gerne eine 30 Kilo-Workstation neben das TV-Gerät stellen. Couch muss dann auch nicht mehr sein, eine umgedrehte Bierkiste tut es schließlich auch als Sitzgelegenheit. Wer allerdings Wert auf Wohnlichkeit legt, ist mit einem Mini-PC gut bedient. Bereits ab 119 Euro gibt es im Gebrauchtfachhandel entsprechende Marken-Geräte von Fujitsu, Lenovo, Dell und HP, die optisch mit Maßen ab 16,5 cm x 6 cm x 16,5 cm eine wirklich dezente Figur im Wohnzimmer machen.

Technisch gesehen stehen die Mini-PCs ihren großen Tower-Geschwistern in nichts nach. Mit vorinstalliertem Windows 7, modernen Doppelkernprozessoren von Intel, DVD RW-Laufwerk, bis zu 4 GB RAM, WLan-Modul und zahlreichen Display-, Audio- und USB-Schnittstellen sind genug Leistung und Features an Bord, um entspannt und ruckelfrei am heimischen Fernseher in HD-Qualität und mit Dolby Surround Filme schauen zu können.

Der eigentliche Clou an den Geräten aber sind die bis zu 160 GB großen Festplatten. Das ist genug Speicherplatz für rund 35.000 MP3-Dateien à 4 Minuten oder 100 Spielfilme à 90 Minuten in HD-Qualität. Da, wo man früher noch einen DVD-Player, einen Festplatten-Rekorder und eine Streaming-Box (z. B. Apple TV) benötigte, reicht jetzt ein kleiner anderthalb Liter großer Kasten aus, um das gesamte Spektrum moderner Unterhaltungstechnik abzudecken –  kostengünstige Erweiterungsmöglichkeiten (z. B. Remote-Steuerung) inklusive.

Mini-PCs auch für den Office-Bereich interessant

Der Notebook-Traum eines Freundes zerschellte jäh auf dem gefliesten Boden seines Arbeitszimmers. In einem unachtsamen Moment stieß er beim Wühlen in Unterlagen seinen superteuren Hochleistungs-Laptop vom mit einem externen Monitor und Aktenordnern völlig überfüllten Schreibtisch. Display und SSD des Notebooks waren augenblicklich dahin, wertvolle Daten unrettbar verloren. 1000 Euro teurer Elektroschrott landete einige Tage später auf dem Wertstoffhof.

Interessant sind an diesem Vorfall zwei Dinge. Erstens: Wer einen Arbeitsplatz einrichtet, sollte unbedingt beachten, dass es nie zu viel Platz gibt und auch die Hardware größenmäßig anpassen. Denn ein Schreibtisch kann noch so riesig sein, sobald der Computer aufgestellt ist, ist bereits ein ganzes Stück Raum verloren. Zweitens: Zwar sollte man beim Kauf eines neuen Computers durchaus auch an zukünftige Hardware-Anforderungen denken, jedoch nicht außer Acht lassen, wofür man den PC eigentlich benötigt. Ein überdimensionierter Rechner macht zwar Spaß, jedoch ist er meist auch teuer und somit im Grunde unnötig. Wer lediglich die Steuererklärung machen, Briefe schreiben und ein bisschen im Internet surfen will, für den reicht in den allermeisten Fällen ein deutlich einfacheres Modell aus.

Beides hatte mein Freund  beim Kauf des teueren Laptops einfach nicht bedacht. Seit neuestem nutzt er einen Mini-PC. Und ist absolut glücklich damit, wie er sagt.

Bilder: © ESM Computer GmbH
Titelbild: © BigLike Images – Fotolia.com

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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1 Kommentar

  •    Reply

    Hi Frank,

    schöner Artikel über kleinere Computer. Mir persönlich fehlt aber die Marke ASUS. Laut diesem Testbericht ist er auch der Preis-Leistungssieger (nach dem Mac Mini), die Hardware und der Preis sind auch echt super. Ich denke dieser ist momentan die beste alternative wenn man den PC als Mediathek oder als Office Computer verwenden wollen. Hier habe ich ihn gefunden: http://mini-pc-test.info/testberichte.html

    Liebe Grüße
    Josh

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