Stromsparen: So verbraucht Ihr PC weniger

Stromsparen: So verbraucht Ihr PC weniger

Stromsparen

PC-Gamer, die noch kostenlos zuhause wohnen, sollten diesen Artikel jetzt besser nicht ihren Eltern zeigen. Der Grund: Die exzessive Computer-Zockerei ist nicht nur wegen der besonderen Hardware-Anforderungen ein teures Vergnügen, auch der Stromverbrauch der Gamer-PCs kann schnell tiefe Löcher in das elterliche Portemonnaie reißen. Der Familienfriede dürfte also ernsthaft gefährdet sein.

Doch auch wer öfters mit der Photoshop arbeitet, Filme auf dem Notebook schaut oder den PC oft im Leerlauf lässt, sollte öfters einen prüfenden Blick auf den Stromzähler werfen. Denn bei einem Strompreis von aktuell durchschnittlich 28,81 Cent pro Kilowattstunde können bereits kleine Veränderungen an den eigenen Nutzungsgewohnheiten oder der Computer-Hardware bares Geld sparen.

25 Prozent des Stromverbrauchs entfallen auf PC, Fernseher und Co.

Knapp 25 Prozent des jährlichen Energieverbrauchs eines Haushaltes entfallen aktuell auf Computer, Drucker, Router und Fernseher. Ende der 1990er Jahre lag dieser Anteil noch bei rund 7 Prozent. Die Stromkosten für Informations- und Unterhaltungselektronik liegen damit heute noch vor denen von Kühlschrank und Waschmaschine.

Grund für diese Entwicklung sind vor allem deutlich mehr Geräte in den Haushalten, die zudem immer länger genutzt werden. Rund fünf Stunden ist heute jeder PC in Betrieb, die durchschnittliche Standby-Zeit beträgt 9 Stunden. Immer größere Diplays bei Monitoren und Fernsehern beeinflussen den Energieverbrauch ebenfalls negativ.

Stromfresser Röhrenbildschirm

Der durchschnittliche Energiebedarf eines alten Röhrenmonitors mit 20 Zoll Display-Diagonale beträgt über 100 Watt, während ein vergleichbarer TFT-Flachbildschirm nur etwa 25 Watt verbraucht. Bei 4 Stunden täglicher Nutzung kostet der Betrieb eines alten Röhrenmonitors damit rund 41,48 Euro pro Jahr im Gegensatz zu 10,37 Euro beim Flatscreen-Bildschirm.

Beim Neukauf auf den richtigen Computer achten

Wahre Meister im Stromsparen sind Tablets. Mit einer Leistungsaufnahme von unter 10 Watt verbrauchen die handlichen Geräte gerade mal ein Fünftel der Energie, die ein gutes Notebook benötigt. Im Vergleich zu Desktop-Rechnern sieht die Bilanz sogar noch besser aus. Die großen PCs verbrauchen bei durchschnittlicher Nutzung rund 13 bis 15 mal soviel Strom wie ein Tablet. Es gilt daher die Faustregel: Je mobiler ein Gerät ist, desto weniger Energie verbraucht es.

Doch auch bei Desktop-PCs gibt es eine ganze Reihe von Stromeinsparpotenzialen. Wer seinen Computer nicht gerade für komplexe CAD-Anwendungen oder PC-Games benötigt, kann statt eines Rechners mit Vierkern-Prozessor auch ein Modell mit Zweikern-CPU kaufen. Das spart im Volllasbetrieb bis zu 20 Watt. Wer zudem auf eine separate Grafikkarte verzichtet und stattdessen auf einen PC mit Onboard-Grafiklösung setzt, kann sich über weitere 100 Watt weniger Stromverbrauch freuen.

Desktop-PC mit Notebook-Stromverbrauch

Mini-PC Fujitsu Esprimo Q900 mit Notebook-Komponenten

Mini-PC mit Notebook-Komponenten

Trotz des höheren Stromverbrauchs bleiben ausgewachsene Desktop-Rechner natürlich das Mittel der Wahl, wenn es komplexe CAD-, Gaming- oder Multimedia-Jobs zu erledigen gilt. Allerdings findet im Endanwender- und Office-Bereich, wo meist Texte getippt oder Excel-Tabellen gepflegt werden, immer häufiger ein Umdenken statt. Große energiehungrige Desktop-Rechner weichen smarten verbrauchsgünstigen Mini-PCs.

Schon die technischen Datenblätter der kompakten Computer machen das Stromsparpotenzial deutlich. Statt der üblichen 350 oder 500 Watt sind die Netzteile der Mini-PCs meist auf 65 bis höchstens 90 Watt ausgelegt. Bei Office-Anwendungen ohne Multimedia-Elemente liegt der Stromverbrauch der Geräte lediglich bei rund 30 Watt. Grund dafür sind die energiesparenden Notebook-Komponenten, die meist in den kleinen Computern verbaut sind.

Versteckte Stromkosten beim Kauf neuer PCs

Ein Single-Haushalt benötigt je nach technischer Ausstattung zwischen 1500 und 2000 Kilowattenstunden Strom im Jahr. Etwa 3000 Kilowattstunden hingegen sind für die Produktion eines einzigen PCs notwendig, wie das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie errechnet hat. Mit dieser Energiemenge ließe sich ein Hochleistungs-Notebook rund 60.000 Stunden und ein Tablet sogar  300.000 Stunden lang betreiben. Die Gesamtenergiebilanz fabrikneuer Computer ist damit vernichtend, der Kauf neuer Hardware im Grunde unweltschädlich und unverhältnismäßig teuer, da die hohen Energiekosten selbstverständlich bereits eingepreist sind.

WLAN-Router über Nachtschaltung deaktivieren.

Die meisten WLAN-Router senden ununterbrochen, selbst wenn das mobile Netzwerk nicht benötigt wird. Das kostet bares Geld. Dabei bieten heute nahezu alle Geräte die Möglichkeit, das WLAN über die Nachtschaltung vorrübergehend zu deaktivieren. Das ist vor allem für Singles interessant, das sich die Nachtschaltung auch tagsüber, wenn man ohnehin auf der Arbeit ist, aktivieren lässt.

Bilder: © ESM Computer GmbH
Titelbild: © Marco2811 – Fotolia.com

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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2 Kommentare

  •    Reply

    Hallo

    das mit der Nachtschaltung für den Router wußte ich noch nicht , aber wenn ich dadurch auch sparen kann, werde ich das mal im Angriff nehmen .Danke :-))

  •    Reply

    Tolle Tipps, auf die im Grunde jeder kann und auch sollte, denn dadurch kann jeder den ein oder anderen Euro einsparen.

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