Tipps für den Einkauf im Online-Shop – Teil 1

Tipps für den Einkauf im Online-Shop – Teil 1

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Bewertung und Bezahlung

Rund um die Jahrtausendwende galt das Einkaufen im Online-Shop vielen noch als waghalsiges Abenteuer. Obwohl schon damals absehbar war, dass der Siegeszug des Internets unaufhaltsam sein würde, und Ebay und Amazon längst gegründet waren, kaufte nur eine kleine Minderheit  im World Wide Web ein. Viele Kunden mieden lieber das vermeintlich hohe Risiko, für Ware zu bezahlen, die sie am Ende vielleicht nie bekommen würden.

Das hat sich in weniger als einem Jahrzehnt gründlich gewandelt. Waren viele Online-Käufer anfangs noch unendlich dankbar, dass Sie ihre meist per Vorkasse bezahlte Ware auch tatsächlich erhielten, sind Kunden heute deutlich weniger skeptisch und freuen sich lieber über einen guten Service und einen schnellen Versand. Musste früher noch mit langsamen 56K-Modems im Netz schier endlos lang nach Angeboten gesucht werden, kann heute alles vom Autozubehör bis hin zum Zierfischfutter innerhalb von Sekunden bequem mit dem Smartphone bestellt werden. Das Warenangebot ist gigantisch, die Anzahl der Anbieter ebenfalls. Obwohl Online-Shopping so selbstverständlich geworden ist wie der Supermarkt an der Straßenecke, ist der Einkauf im Netz trotz zahlreicher Informationsangebote unübersichtlicher denn je. Wir von ESM Computer möchten Ihnen deshalb in unserer Reihe „Tipps für den Einkauf im Online-Shop“ ein paar wertvolle Hinweise geben, worauf Sie beim Internetkauf unbedingt achten sollten.

Bezahlung im Online-Shop – Geldgeschäfte sicher abwickeln

Die Art, wie Sie in einem Online-Shop bezahlen, entscheidet maßgeblich über das Risiko beim Einkaufen im Internet. Wer also großen Wert auf Sicherheit und Schnelligkeit beim Begleichen seiner Rechnung legt, ist mit einem E-Payment-Verfahren gut bedient. E-Payment sind Zahlungsmethoden, die ausschließlich über das Internet abgewickelt werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass sowohl Käufer als auch Verkäufer registrierte Teilnehmer desselben Zahlungsverfahrens sind.

PayPal Bezahlung im Online-ShopSehr bekannt und hierzulande weit verbreitet ist das E-Mail-basierte E-Payment-Verfahren PayPal. Bei der Verwendung dieser Zahlungsmethode registriert sich der Käufer zunächst auf der Homepage des Anbieters mit seiner E-Mail-Adresse und hinterlegt dort seine Konto- oder Kreditkartendaten. Will der Kunde später eine Zahlung starten, muss er nichts weiter tun, als sich im Online-Shop mit seinen PayPal-Daten (E-Mail-Adresse und Passwort) einloggen und einen Überweisungsauftrag erteilen. PayPal informiert im Anschluss den Verkäufer über die erfolgreiche Transaktion und leitet die Zahlung weiter. Die bestellte Ware kann dann schnell versandt werden.

E-Payment-Zahlmethoden haben neben dem schnellen Versandprozess vor allem den großen Vorteil, dass zwischen Käufer und Verkäufer in der Regel keine Kontodaten ausgetauscht werden müssen. Das erhöht die Sicherheit. Außerdem bieten einige E-Payment-Dienstleister standardmäßig einen Käuferschutz. Wenn ein Kunde also einen Antrag auf Käuferschutz stellt und dieser gerechtfertigt ist, wird vom Bezahlsystemanbieter zunächst im Konflikt mit dem Händler vermittelt. Sollte das Ergebnis für den Käufer unbefriedigend sein, erstattet der Payment-Dienstleister den gezahlten Kaufpreis ganz oder teilweise zurück.

Um mit Kreditkarte zu bezahlen gibt man am Ende des Bestellvorgangs im Online-Shop die erforderlichen Daten (Name, Kartennummer, Ablaufdatum der Karte und Prüfnummer) ein. Das Konto wird dann automatisch mit dem zu zahlenden Betrag belastet. Kreditkartendaten sind vertrauliche Informationen und sollten nur sehr bedacht herausgegeben werden. Auch sollten Kunden darauf achten, dass Kreditkarteninformationen immer verschlüsselt übertragen werden. Verschlüsselte Verbindungen sind erkennbar am https:// oder am Vorhängeschloss in der URL-Leiste. Sollte ein Käufer dennoch einmal Opfer eines Betrugs geworden sein oder in den Kreditkartenabrechnungen eine Fehlbuchung entdecken, können fälschlich abgebuchte Beträge innerhalb von 13 Monaten zurückerstattet werden („Chargeback“).

Eine andere Option für die Online-Zahlung ist die sogenannte Lastschrift. Mit dieser erteilen Sie einem Händler die Genehmigung, einen bestimmten Geldbetrag von Ihrem Konto abbuchen zu dürfen. Die Lastschrift ist vor allem in Deutschland ein weit verbreitetes Zahlungsmittel. Im europäischen Ausland ist sie eher unbekannt und eignet sich daher nur sehr eingeschränkt für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Die Lastschrift ist eine grundsätzlich sichere Zahlungsmethode, da sie innerhalb von sechs Wochen bei nationalen und innerhalb von acht Wochen bei internationalen Transaktionen widerrufen werden kann. Die Lastschrift wird jedoch wegen des immensen Zeit-und Verwaltungsaufwands nicht von allen Online-Händlern angeboten.

Besonders vorsichtig müssen Kunden sein, die ihre Ware per Vorkasse bezahlen. Das sollte grundsätzlich nur bei vertrauenswürdigen und sicherheitszertifizierten Online-Händlern geschehen. Käufer, die ihre Ware aus dem Internet lieber bar bezahlen wollen, können gegen einen kleinen Aufpreis von wenigen Euro bei vielen Händlern auch per Nachnahme zahlen.

Bewertungen – Augen auf beim Online-Kauf

Bewertungen im Internet sind nicht nur ein wichtiges Feedback für Online-Shop-Betreiber sondern geben vor allem Auskunft darüber, wie zufrieden oder unzufrieden die Kunden mit den Leistungen und Produkten eines Händlers sind. Dieser Logik folgend ist daher ein Shop mit vielen guten Bewertungen deutlich vertrauenswürdiger und attraktiver als ein Händler mit vielen negativen Kundenkommentaren auf der Webseite. Denkste! Was zunächst banal und einleuchtend klingen mag, ist es in der Realität ganz und gar nicht. Tatsächlich sind Online-Bewertungen eine echte Wissenschaft für sich.

Dass Bewertung nicht gleich Bewertung ist, liegt nicht nur an den vielen schwarzen Schafen, die im Auftrag von Unternehmen massenhaft positive Bewertungen über deren Produkte und Dienstleistungen im Internet verbreiten. Auch ein Grund ist die mangelnde Transparenz vieler Bewertungssysteme.

Um beispielsweise bei Ebay als besonders vertrauenswürdiger „Verkäufer mit Top-Bewertung“ gelistet zu sein, ist zunächst einmal der Status des Powersellers zu erreichen. Dazu muss ein Händler einen Durchschnittswert von 4,4 und mehr in jeder der vier detaillierten Verkäuferbewertungen (Artikel wie beschrieben, Kommunikation, Versandzeit, Versand- und Verpackungskosten) vorweisen können. Ferner sind – neben diverser anderer Kriterien (z. B. Wohnsitz in D, A, CH) – die Mindestbedingungen 98% positive Bewertungen und 100 Transaktionen und mindestens 1.000 Euro Umsatz innerhalb von 12 Monaten mit Käufern in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu erfüllen.

Ist der Status des Powersellers erreicht, kann der Händler endlich „Verkäufer mit Top-Bewertung“ werden. Dann allerdings steigen auch die Anforderungen und weitere Bedingungen müssen erfüllt werden. Anstatt 1.000 Euro wie bisher sind jetzt 2.500 Euro Umsatz zu erreichen. Nur noch maximal 0,6 % oder 2 niedrige detaillierte Verkäuferbewertungen innerhalb eines Bewertungszeitraums je Kriterium sind erlaubt (3 oder weniger von 5 erreichbaren Sternen). Käuferschutzfälle, die zugunsten eines Käufers geschlossen wurden, dürfen 0,3 % oder die Anzahl 2 nicht überschreiten, da ansonsten eine rigorose Abstufung für den Händler droht.

Ebay ist eine gute Shopping-Plattform – für Kunden und für Händler. Aber es sind mitunter winzige und für Käufer und Anbieter kaum nachvollziehbare Nuancen, die einen besonders vertrauenswürdigen „Verkäufer mit Top-Bewertung“ zu einem gewöhnlichen Powerseller machen. Noch grotesker ist da eigentlich nur, dass plötzlich im Gegensatz zur bisher üblichen Geschäftspraxis auch neutrale Bewertungen negativ in die Gesamtstatistik einfließen und das tatsächliche Güteprofil eines Online-Händlers nachhaltig verwässern. Von der viel beschworenen Transparenz des Bewertungssystems bei Ebay ist deshalb für die Kunden oft nur noch wenig übrig.

Wenn Sie also Bewertungen in einem Online-Shop lesen, prüfen Sie genau, wie das Bewertungssystem funktioniert. Achten Sie auf immer wiederkehrende phrasenartige Formulierungen in den Beurteilungen und recherchieren Sie, falls Sie unsicher sind, im Internet nach weiteren Meinungen über den Händler. Unser abschließender Hinweis zum Thema Bewertungen mag für Sie vielleicht etwas merkwürdig klingen, doch Beurteilungen mit Tipp-und Grammatikfehlern sind oftmals echte Garanten für die Authentizität eines Beitrags.

Im zweiten Teil unserer Reihe verraten wir Ihnen, was es mit der Gewährleistung auf sich hat.

Bilder: © ESM Computer GmbH, Titelbild: © Karin & Uwe Annas – Fotolia.com

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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