Sie nutzen immer noch XP – warum eigentlich?

Sie nutzen immer noch XP – warum eigentlich?

Windows XP gebrauchte Computer

Gehören auch Sie zu den 20 Prozent aller Anwender, die nach wie vor XP auf Ihrem Computer installiert haben? Wenn das der Fall ist, sollten Sie sich unbedingt über die folgenden Punkte Gedanken machen:

  • Mein Computer ist ein Geldautomat.
  • Mein Computer gehört der britischen Regierung.
  • Meinen Computer habe ich vor fünf Jahren im Preisausschreiben gewonnen. Ich halte Computer, Internet und E-Mail für Modeerscheinungen, die schon bald niemanden mehr interessieren werden.
  • Mir ist es völlig egal, wer meine Zugangsdaten fürs Online-Banking kennt. Ich vertraue auf mein Glück und das Gute im Menschen.

Sollten Sie einen Geldautomaten Ihr Eigen nennen oder einen Computer der britischen Regierung benutzen, brauchen Sie tatsächlich auf kein neueres Betriebssystem umsteigen. Ihre Geräte auf XP-Basis werden bis 2019 bzw. 2015 weiterhin von Microsoft mit Updates versorgt. Auch wenn Sie das Internetzeitalter für eine kurze Episode der Geschichte halten und keinen Wert auf Datensicherheit bei Online-Geldgeschäften legen, sind Sie dem Umstieg auf einen XP-Nachfolger eher schlecht beraten. Entweder, weil Ihr Computer seit Jahren ungenutzt im Keller rumsteht und Sie noch nie online waren, oder weil Sie auch in der Looping-Achterbahn den Sicherheitsbügel nicht anlegen und darauf vertrauen, dass es so schlimm schon nicht werden wird.

Support-Ende von Windows XP kein Marketing-Coup

Als Windows XP im Oktober 2001 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war es für damalige Verhältnisse beinahe revolutionär. Es verfügte über ein modernes, wenn auch  recht buntes Design, über Multimedia-und Webintegration und machte das Brennen von CDs ohne Zusatzsoftware möglich. Erstmals waren außerdem Funktionen zur Unterstützung digitaler Fotografien und eine Systemwiederherstellung verbaut. XP entwickelte sich zum Megaseller, dessen Erfolg bis heute unübertroffen ist.

Doch der Verkaufsschlager ist in die Jahre gekommen. Windows XP gilt heute nicht nur als das beliebteste sondern vor allem als das unsicherste Microsoft-OS aller Zeiten. Kein Betriebssystem ist stärker von Computerviren betroffen, rund ein Prozent aller XP-Rechner waren bereits 2012 mit Schadsoftware infiziert. Ein Prozent! Schon vor zwei Jahren gab Microsoft deshalb gegenüber dem Fachmagazin c‘t zu, dass Windows XP – so wörtlich – „nicht mehr für die heutige Bedrohungslage gerüstet“ sei.

Mit dem Support-Stop am 8. April 2014 sitzen Anwender des alten Betriebssystems nun endgültig auf einer tickenden Zeitbombe. Für Hacker und Viren sind XP-Rechner wie Fastfood-Restaurants – rund um die Uhr geöffnet. Unverbesserlichen XP-Nutzern, die dennoch Wert auf funktionierende und sichere Computersysteme legen, sei daher empfohlen: Schnell raus aus dem Internet, LAN und WLAN deaktivieren und am besten nie wieder aktivieren. Denn selbst das beste noch unter XP aktualisierbare Antiviren-Programm kann nicht die Sicherheitslücken schließen, die durch das Update-Ende entstanden sind.

Windows 7 adäquater Ersatz für XP

Zuerst die gute Nachricht: Es gibt kostenlose Alternativen zu XP. Die schlechte: Wer sich über Jahre oder gar Jahrzehnte an Windows gewöhnt hat, wird sich mit den Betriebssystemen auf Linux-Basis eher schwer tun. Zum einen sind bestimmte Programme und Treiber für Linux schlichtweg nicht verfügbar, zum anderen gibt es vermeintlich kleine, mitunter aber sehr tückische Unterschiede in der Bedienung. Wer also wenig Muße empfindet, sich intensiv in ein neues OS einzuarbeiten, der sollte besser die Finger von Ubuntu und Co. lassen.

Für Gewohnheitstiere und Computer-Laien ist Windows 7 die deutlich bessere Wahl. Wer mit XP gearbeitet hat, wird sich sehr schnell in das neue Betriebssystem einfinden. Die Installation von Windows 7 funktioniert wie bei den Vorgängern problemlos, es gibt das bewährte Startmenü und sogar einen Kompatibilitätsmodus für ältere XP-Programme. Windows 7 ist sicherer, schneller, komfortabler und stabiler als alle Vorgängerversionen. Viele IT-Experten beurteilen deshalb Windows 7 auch fünf Jahre nach dem Erscheinungstermin immer noch als das beste Windows aller Zeiten.

Moderate Systemanforderungen von Windows 7

Die Systemanforderungen von Windows 7 sind überschaubar. Wer das Programm auf seinem Computer installieren möchte, braucht lediglich einen 1-GHz-Prozessor oder höher mit 32 (x86) bzw. 64 Bit (x64), mindestens 1 (32-Bit) bzw. 2 GB RAM (64-Bit) und 16 (32-Bit) bzw. 20 GB (64-Bit) freien Festplattenspeicher. Außerdem empfiehlt sich eine DirectX 9-Grafikkarte mit WDDM 1.0 oder höherem Treiber. In der Regel ist die Installation also auch auf älteren System kein Problem.Ob Ihr Notebook oder PC auch tatsächlich kompatibel ist, erfährt man beim Hersteller oder in den Systeminformationen von XP (Eine gute Anleitung, wie das funktioniert, findet sich hier).

Sollte der Computer zu alt und nicht mehr kompatibel sein, kann je nach individuellen Bedürfnissen und Wünschen die Anschaffung eines günstigen gebrauchten PCs Sinn machen. Für viele Privat-und Business-Anwender ist das völlig ausreichend. Der Clou dabei: Beim Kauf eines gebrauchten Computers vom Fachhändler ist Windows 7 bereits oft vorinstalliert, man spart sich also den Kauf einer separaten Lizenz.

windows 7 windows xp
Gebrauchte Computer mit Windows 7 im Online-Shop

Umstieg auf aktuelles Windows alternativlos

Können Sie sich noch an die alte Danone-Werbung erinnern, in der fröhliche Menschen mit ihrem Löffel nach Fruchtstückchen im Joghurt suchten? Der Slogan lautete damals „Früher oder später kriegen wir euch!“ und ist durchaus frei übertragbar auf die Nach-XP-Ära. Mit Windows XP werden auch Sie irgendwann gefunden  – von Hackern, Viren, Spyware und anderer Schadsoftware. Garantiert!

Bilder: © ESM Computer GmbH, Titelbild: © Matthias Buehner – Fotolia.com

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

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