Notebook-Lüfter, was tun gegen den Lärm?

Notebook-Lüfter, was tun gegen den Lärm?

Notebook Prozessor Lüfter

Haben Sie sich schon einmal über ein lautes Notebook geärgert? Es ist Sommer, das sagt zumindest der Kalender und die erste kurze Hitzewelle haben wir bereits erlebt. Und mit dieser Hitze kommen die Probleme am Notebook. Der Lüfter rauscht und pfeift um die CPU unter ihm kühl und bei Laune zu halten.

Und gerade jetzt hören wir von vielen unserer Kunden, dass Ihr Notebook selbst bei schwacher Aus- und Belastung des Prozessors bereits den Lüfter auf maximaler Stufe laufen lässt.

Das muss so aber nicht sein, und wir zeigen hier die Lösung für dieses Problem!

Bitte beachten:
Die nachfolgend gezeigten Arbeiten greifen tief in die Hardware des Geräts ein. Wer damit noch nichts zu tun hatte, der sollte dies jemanden machen lassen, der geübt darin ist, oder direkt eine Fachwerkstatt um Hilfe bitten. Allen anderen sei gesagt, bei solchen Eingriffen kann eine bestehende Garantie verfallen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die entstehen könnten.

Zwei Gründe für die Hitzenot im Notebook

Ein Notebook ist ein sehr kompaktes Gerät mit viel Technik und Mechanik im Inneren. Die Wärme die dabei entsteht, wird – in Normalfall – über eine Lüftungsöffnung abgeleitet. Und diese 2 Gründe stehen dem entgegen:

1. ein verstaubter Kühlkörper
2. eingetrocknete Wärmeleitpaste.

Gegen Punkt 1 hat man leichtes Spiel. An der Seite wo der Lüfter die warme bzw. heiße Luft ausbläst befindet sich der Kühlkörper. Dieser hat eine sehr feine Lamellenstruktur. Dort verfängt sich der Staub sofort, bis zu dem Punkt, an dem man kaum noch von freiem Luftfluss die Rede kann.
Jetzt hilft oft schon ein kurzer Luftstoß mit Druckluft um die Lamellen von Staub zu befreien. Gerne kann man versuchen mit Druckluft aus der Dose den festsitzenden Staub zu lösen, in der Praxis hat sich aber gezeigt, das diese Dosen nicht genügend Druck erzeugen um den Staub zu lösen. Wer also einen Kompressor nutzen kann, der sollte dies auch.
Und wieder Achtung: Nicht direkt mit der Düse in die Lüftungsöffnung pusten. Der Lüfter ist aus Kunststoff mit einem feinen Rotor, zuviel Druck könnte diesen zerbrechen, was einen Austausch erforderlich macht.

Wer das Auspusten nicht machen kann oder möchte und stattdessen lieber den Schraubendreher nutzt, dem hilft Punkt 2.

Wärmeleitpads oder Wärmeleitpaste?

Wärmeleitpaste hat nur einen Sinn. Wie der Name verrät, Wärme leiten. Sie füllt die Hohlräume zwischen Prozessor-Oberfläche und Kühlkörper.

Seit geraumer Zeit nutzen Hersteller von Kühlkörpern als Ersatz zur Paste auch kleine Wärmeleitpads. Diese sehr weichen Kunststoff-Pads sind mit wärmeleitenden Partikeln versetzt. Dazu haben diese Pads einen Schmelzpunkt von ca. 70°C. Ab da verflüssigt sich das Material etwas, was die Wärmeableitung begünstigt. Allerdings können diese Pads auf die Dauer hin fest und brüchig werden. Die Wärmeleitung ist dann stark gemindert, und der Lüfter muss früher und öfter laufen.

Wärmeleitpaste hingegen hat keinen Schmelzpunkt, ist sofort leicht flüssig und kann sofort die Wärme direkter von CPU auf Kühlkörper übertragen. Und leider auch schneller antrocknen.

Die Vor- und Nachteile liegen auf der Hand. Während die Pads länger halten, aber auch die die schwächere Ableitung von Wärme im niedrigem Temperaturbereich haben, kann die Paste hier früher die Wärme ableiten, erhöht aber eventuell den Wartungsaufwand, da diese öfter erneuert werden sollte.

So wird die Wärmeleitpaste erneuert

Nachfolgend zeigen wir kurz anhand von Fotos wie man im Falle eines Dell Latitude E6400 die Wärmepaste erneuert. Wie man an den CPU-Kühler herankommt, ist aber von Gerät zu Gerät verschieden. Viele Reparaturanleitungen und wie man das Notebook sicher öffnet, findet man auf Youtube in Bild und Ton. Das ist ein guter Anhaltspunkt, bevor man sich selbst ans Werk macht.

1. Nach Öffnen der Rückplatte (eine Schraube in der Mitte) sieht man direkt den Kühlkörper, hier grün markiert. Die vier Schrauben (rot markiert) fixieren den Kühler auf dem Prozessor. Diese sind zu lösen, damit man den Kühlkörper anheben und nach links herausziehen kann.

2. Nun kann man die Kühllamellen genau unter die Lupe nehmen und ggf. manuell noch von Staub und Schmutz befreien.

3. Die alte Kühlpaste (hier ein Wärmeleitpad) muss vorsichtig mit einem weichen Tuch – das man hinterher vermutlich wegwerfen kann – von der Oberfläche des Prozessors und natürlich dem Kühlkörper restlos entfernt werden. Hartnäckige Reste kann man mit reinem Alkohol oder ähnlichem entfernen (bitte keine sauren oder alkalischen Reiniger verwenden!) und somit die Flächen direkt entfetten.

4. Kühlpaste sparsam auftragen. Wie bereits erwähnt nutzt man die Paste primär um Hohlräume zu schliessen und eine Verbindung zwischen den Flächen zu erzeugen. Viel hilft hier nicht viel, eher weniger. Wenn der Prozessor so aussieht wie auf unseren Fotos, genügt ein Tropfen. Diesen verteilen wir vorsichtig mit einer kleinen Spachtel, dünnflächig auf der Prozessoroberfläche (nicht auf dem Kühlkörper) und wischen den Rest, der über den Rand hinaus lief, vorsichtig weg.

5. Kühlkörper wieder vorsichtig in die vorgesehen Öffnung einsetzen. Die vier Schrauben leicht handfest anziehen. Deckel schließen und das Notebook starten.

Wenn nun alles so gelaufen ist, wie geplant, wird das Notebook seinen Dienst angenehm leise verrichten. Und der Lüfter wird nur dann laufen, wenn es die Wärmeentwicklung verlangt.

Als kleiner Tipp am Rande: Notebooks nie auf Stoff-Oberflächen oder einer stark staub belasteten Umgebung verwenden.
Die Erneuerung der Kühlpaste funktioniert ganz ähnlich auch bei Dektop-PCs (z.B. CPU und Grafikkarte).

Bilder: © ESM Computer GmbH, Titelbild: © R+R – Fotolia.com

esmadmin

esmadmin

Kommentar verfassen