Webcam: Spion im Arbeitszimmer

Webcam: Spion im Arbeitszimmer

Schutz vor Webcam-Hacks

Für einige ist die Webcam das am meisten überschätzte Zubehör eines Computers, für die Mehrheit hingegen aber eine nützliche Erfindung, um Verwandten und Freunden in der Ferne möglichst nahe zu sein. Zweifelsohne haben die kleinen Computerkameras aber unsere Art zu kommunizieren revolutioniert. In den meisten Notebooks, Tablets und Smartphones sind sie jedenfalls heute standardmäßig verbaut – und damit auch zu einem beliebten Angriffsziel von Hackern geworden.

Günstige Hacker-Software

Ob Windows, Linux oder MacOS – von Webcam-Hacks sind alle Betriebssysteme betroffen. Üblicherweise werden Webcams über sogenannte Remote Access Trojans (RAT) angesteuert. Das sind Programme, die aus der Ferne Passwörter mitschneiden, den Desktop kontrollieren oder eben die Kamera am PC einschalten können. Die Software lässt sich problemlos im Internet kaufen. Je nach Leistung liegen die Preise für entsprechende RATs zwischen 50 und 1000 Euro.

Signalleuchte der Webcam ist unzuverlässig

Ist die Webcam in Betrieb, leuchtet bei den meisten Rechnern ein kleines Lämpchen neben der Linse. Das ist ein Schutzmechanismus, der dem Computeranwender signalisiert, dass die Kamera eingeschaltet ist und er gesehen werden kann. In einer Studie der Universität Berkeley in Kalifornieren setzte man deshalb 98 Personen vor einen Computer und ließ sie Texte schreiben, Videos schauen und Spiele spielen, während die Signalleuchte der Computerkamera eingeschaltet war. Anschließend befragte man die Teilnehmer des Experiments, ob Ihnen etwas bei ihren Tätigkeiten am PC aufgefallen sei. Wie sich dabei herausstellte, hatten mehr als zwei Drittel der Probanden nicht einmal bemerkt, dass das kleine Kontrolllämpchen der Webcam geleuchtet hatte.

Doch selbst wenn das Signallämpchen der Webcam so auffällig wäre wie ein Flakscheinwerfer vom Typ „Varta Volkssturm“, gäbe es für PC-Anwender immer noch keinen absoluten Schutz vor Spähangriffen. Kleinkriminelle Computerfreaks und Geheimdienste hacken Computerkameras nämlich mittlerweile so, dass nirgendwo am Rechner etwas blinkt oder bimmelt. Als einzige Möglichkeit  bleibt deshalb nur, eine spezielle Webcam-Abdeckung zu kaufen oder die Webcam schlichtweg zu überkleben. Das machen selbst der FBI-Chef James Comey und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg so.

Titelbild: © Andrey Popov – Fotolia.com

 

 

 

Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist Blogger und Marketer aus Leidenschaft. Der Apfel-Jünger mit großem Herz für Windows-Rechner berichtet jede Woche im Blog der ESM Computer GmbH über aktuelle Trends aus den Bereichen IT und E-Commerce und gibt Tipps, wie sich das Leben im digitalen Zeitalter noch angenehmer gestalten lässt.

  • Twitter
  • Facebook
  • Google+

1 Kommentar

  •    Reply

    Sehr schön geschriebener Beitrag.
    Meine Laptops habe ich ebenfalls einfach durch Aufkleber über der Webcam gesichert. Das ganze gibt es leider nicht für Smartphones zumindestens nicht so das man Sie nicht sieht.
    Zum Glück wurde ich wohl noch nie „gefilmt“ denn wenn man sein eigenes Bild bei Google in der Bildersuche eingibt findet man mich persönlich nicht. GGf ein guter Tipp um zu prüfen ob nicht authoresierte Bilder von einem im Internet kursieren.

    Gruß

Kommentar verfassen