Windows 10 – Fehler erkennen und beheben

Windows 10 – Fehler erkennen und beheben

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Windows 10 - Fehler erkennen und beheben

Dein PC tut mal wieder nicht, was er soll, oder er streikt gar komplett? Ein Windows-Update hat sich zerschossen? Du bekommst auf einmal mysteriöse Bluescreens und Fehlermeldungen, mit denen du nichts anfangen kannst?

Trotz allem musst du nicht gleich dein komplettes System neu installieren oder gar den Gang zum (teuren) PC-Spezialisten antreten!

Neben unseren bereits vorgestellten Tools zur Analyse deines Rechners, bietet Windows auch einige Bordmittel, mit denen sich schnell und einfach Fehler ermitteln und - im besten Fall - direkt beheben lassen. Wir zeigen dir in diesem Artikel, welche Tools direkt bei Windows mitgeliefert werden, wie du sie am besten anwendest, und wie du häufige Windows-Fehler einfach beheben kannst.

 

Warum kommt es überhaupt zu Fehlern im Windows?

Diese auf den ersten Blick simple Frage ist bei genauerem Hinsehen sehr vielschichtig.

Windows soll in seiner Eigenschaft als Betriebssystem so gut wie wartungsfrei funktionieren und den Benutzer nicht ständig mit Systempflege-Aufgaben beschäftigen. Diese Philosophie stößt aber aufgrund der Komplexität ziemlich schnell an ihre natürlichen Grenzen. Das selbe Betriebssystem muss auf Endgeräten unterschiedlichster Hersteller- und Hardware-Kombinationen problemlos lauffähig sein. Es gibt unzählige Programme von verschiedensten Herstellern, die alle die unterschiedlichsten Eigenschaften besitzen und trotzdem alle auf dem selben Windows-System laufen müssen.

Allein schon durch diese wahnsinnige Vielfalt an denkbaren Kombinationsmöglichkeiten zwischen Hard- und Software ist es für die Hersteller nahezu unmöglich, einen in allen denkbaren Fällen absolut fehlerfreien Programmablauf zu gewährleisten.

Denkt man dann noch an Schadsoftware, deren einziges Ziel es ist, deinen Rechner lahmzulegen oder gar zu beschädigen, dann wird deutlich, dass ein in allen Bereichen fehlerfreies Betriebssystem eine Utopie sein muss.

Schritt 1: Analyse - Woran könnte der Fehler liegen?

Egal, welche Probleme auch auftreten, der erste Schritt sollte immer sein, die genauen Ursachen zu ermitteln. Dies gestaltet sich leider nicht immer so einfach, wie es sich anhört, da Windows nicht unbedingt für seine detaillierte Fehlermeldungen bekannt ist. Oft erscheint nur ein Bluescreen mit der Meldung " Auf dem PC ist ein Problem aufgetreten" wie im Bild unten zu sehen. Um welches Problem es sich genau handelt, darüber schweigt sich das System aus.

Bluescreen  bei Hardware

Zuerst gilt es einmal die wichtigste Frage zu klären: Handelt es sich um einen Hardwarefehler oder um ein Softwareproblem? In den allermeisten Fällen deutet ein Bluescreen, wie auf dem Bild zu sehen, auf einen Hardwaredefekt hin. Mit etwas Glück verweist die Meldung im Bluescreen direkt auf den problembehafteten Treiber, es kann aber auch vorkommen, dass nur allgemeine Fehlermeldungen wie „DRIVER_POWER_STATE_FAILURE“ ausgespuckt werden.

Profi-Tipp: Wird der Bluescreen nur so kurz angezeigt, dass du die Meldung nicht richtig lesen kannst, dann gibt es einen einfachen Trick: Drücke bei laufendem Rechner die Windowstaste und die Pausetaste gleichzeitig, klicke links auf „Erweiterte Systemeinstellungen“ und dann unter „Starten und Wiederherstellen“ auf „Einstellungen“. Entferne hier in der Rubrik "Systemfehler" das Häkchen vor „Automatisch Neustart durchführen“, und klicken dann anschließend auf „OK“.

Als Faustregel bei Bluescreens gilt zuerst einmal: Die zuletzt installierte Hardwarekomponente wieder entfernen sowie den zugehörigen Treiber wieder deinstallieren. Tritt das Problem danach nicht mehr auf, so ist die Ursache gefunden und du kannst versuchen, andere Treibervarianten für diese Hardwarekomponente zu installieren. Mit etwas Glück funktioniert ein älterer Treiber oder es gibt bereits ein entsprechendes Update für das betroffene Gerät. Wertvolle Hinweise kann auch das Windows-Ereignisprotokoll liefern. Dieses kannst du aufrufen, indem du gleichzeitig die Windows-Taste und die R-Taste drückst und dann im Befehlszeilenfenster "eventvwr.msc" eintippst. Dort suchst du unter dem abschnitt "Windows-Protokolle" nach Fehlermeldungen.

Sollten Bluescreens sporadisch oder immer unter höherer Last auftreten, dann prüfe zuerst einmal deinen CPU-Lüfter. Wenn der Prozessor nicht ausreichend gekühlt wird, etwa weil der Lüfter verschmutzt ist, kann das System abstürzen. Eine weitere Ursache kann ein defektes RAM-Modul sein. Hier empfiehlt es sich, einen Riegel nach dem anderen aus dem Rechner zu entfernen und ihn jeweils mit einem Riegel RAM weniger zu starten. Tritt der Fehler nicht mehr auf, so ist definitiv einer der Arbeitsspeicherriegel die Ursache.

Fehlermeldung  bei Software

Eine klassische Fehlermeldung im laufenden Windows bekommst du stattdessen immer dann zu Gesicht, wenn eine Anwendung abstürzt. Also bei reinen Fehlern der Software. Der Meldungstext erscheint in einem separaten Fenster, während das eigentliche Windows in der Regel ungestört weiter arbeitet. Manchmal bringen zerstörte Informationen in einer Datei die Anwendung zum Absturz. Das tritt häufig bei Word-Dokumenten, aber auch bei Videodateien oder Audiofiles auf. Mit etwas Glück lassen sich die betroffenen Dateien vom Programm selbst wieder reparieren. Aber auch hier kann eine übermäßige Belastung des Gesamt-Systems die Ursache sein. Programme reagieren nicht mehr oder stürzen ab, wenn der Prozessor voll ausgelastet ist oder kaum noch Hauptspeicher zur Verfügung steht.

Schritt 2: Laufende Prozesse unter die Lupe nehmen

Ein erster Überblick: Der Task-Manager

Bei Windows laufen normalerweise immer etliche Prozesse im Hintergrund ab. Ohne diese wäre ein reibungsloser Betrieb des Rechners nicht möglich. Allerdings lohnt es sich durchaus - vor allem bei Problemen - hier einmal einen genaueren Blick darauf zu werfen.

Was auf deinem PC aktuell gerade läuft, siehst du im Task-Manager. Am Einfachsten rufst du diesen über die Tastenkombination Strg-Shift-Esc auf. Spätestens nach einem Klick auf "weitere Details" siehst du dann sämtliche laufenden Programme, Prozesse und Hintergrunddienste, die auf deinem PC gerade ausgeführt werden. In unserem Artikel über PC-Tuning Teil 1 sind wir schon einmal kurz darauf eingegangen, wie du den Taskmanager verwenden kannst, um laufende Prozesse zu überwachen und bei Bedarf zu beenden.

Bei vorhandenen Problemen solltest du hier zunächst einmal die CPU- und Arbeitsspeicherauslastung über einen längeren Zeitraum im Auge behalten. Programme, die dauerhaft eine hohe Prozessorauslastung verursachen und/oder sehr viel Hauptspeicher benötigen, bremsen das gesamte System aus und sind der erste Ansatzpunkt bei etwaigen PC-Problemen und/oder Abstürzen.

Ein weiterer Blick sollte den unbekannten Prozessen gelten. Nicht immer ist auf den ersten Blick zu erkennen, welchen Zweck ein laufendes Programm erfüllt. Manchmal gibt die Spalte „Beschreibung“ Hinweise. Wenn du hier nicht fündig wirst, dann hilft ein Rechtsklick auf den Prozess sowie ein anschließender Klick auf "online suchen". Hierbei öffnet sich eine Internetsuche mit dem entsprechenden Prozess, die wertvolle Hinweise über dessen Funktion liefern kann.

Entdeckst du Prozesse / Dienste, die eine hohe Systemauslastung verursachen oder unerwünscht sind? Beende diese über das Kontextmenü. Informiere dich aber vorher sorgfältig über die genaue Funktion eines Dienstes, damit du nichts aus Versehen etwas abschaltest, was für die Funktion von Windows zwingend notwendig ist!

Mehr Details: Der Ressourcenmonitor

Während der Task-Manager vor allem dazu dient, dir einen ersten Überblick zu verschaffen, bekommst du über den Ressourcenmonitor von Windows einen weit detaillierteren Einblick in alle Prozesse rund um deinen PC. Starten kannst du das Tool über den Task-Manager und den Link „Ressourcenmonitor öffnen“ auf der Registerkarte „Leistung“

Die Diagramme im rechten Teil des Fensters zeigen jeweils den Verlauf über die letzten 60 Sekunden an. Sie enthalten eine blaue und grüne Kurve, die aber jeweils etwas anderes bedeutet.

Unter dem Reiter "CPU" symbolisiert die blaue Linie die Taktfrequenz. Liegt die Linie bei 100 Prozent, läuft der Prozessor mit maximaler Taktfrequenz. Sinkt die Systemauslastung, wirken die Stromsparmechanismen aktueller CPUs, die Taktfrequenz wird reduziert und die blaue Linie zeigt geringere Werte. Die grüne Linie ist die bedeutendere von beiden. Sie steht für die momentane CPU-Auslastung in Prozent.

Unter den Reitern "Datenträger" und "Netzwerk" werden die Diagramme dagegen dynamisch skaliert. Maximale Ausschläge der grünen Linie sind relativ zum Wert rechts oben über dem Diagramm zu verstehen.  Für die Bewertung des PCs ist hier die blaue Linie wichtiger, denn sie entspricht der prozentualen Auslastung.

Der Ressourcenmonitor zeigt im Vergleich zum Task-Manager um einiges detaillierter an, welche Prozesse den PC gerade besonders beschäftigen. Um zu sehen, welche Dienste hinter den einzelnen Prozessen stecken, setze einfach das Häkchen vor den Prozessnamen und klappe in der nächsten Zeile den Eintrag "Dienste" aus. Hier kannst du dann - analog zu oben - einzelne Dienste testweise deaktivieren und so die Auswirkungen auf das System testen.

Schritt 3: schrittweises Ausschließen von Fehlerquellen

Die meisten Windows-Probleme werden durch Fehlfunktionen von Treibern, Programmen oder Diensten verursacht, die nachträglich auf dem PC installiert wurden. Über das Tool "Msconfig" kannst du dein Windows ohne die Einwirkung von Fremdsoftware starten, und so Schritt für Schritt eventuelle Fehlerquellen herausfinden und abschalten. Zum Starten des Tools drückst du die Tastenkombination Windowstaste und R-Taste und gibst anschließend "msconfig" ein. Auf der Registerkarte „Allgemein“ aktivierst du dann die Option „Diagnosesystemstart“. Klicke auf „OK“, und starte den Computer neu. Treten auch jetzt noch Fehler auf, hilft wahrscheinlich nur eine Neuinstallation von Windows. Wie genau dies funktioniert, kannst du hier nachlesen.

Sollte jetzt jedoch alles fehlerfrei laufen, liegt das Problem nicht im Kernsystem und du musst weiter nachforschen.

Wähle nun für den zweiten Step im Msconfig die Option „Benutzerdefinierter Systemstart“ und entferne danach dann die Häkchen vor „Systemdienste laden“ und „Systemstartelemente laden“. Damit deaktivierst du alle Dienste und Autostart-Anwendungen, die nicht standardmäßig zu Windows gehören. Es folgt ein erneuter Neustart des Rechners. Sind die Probleme verschwunden, liegt der Fehler bei einem der deaktivierten Dienste oder Autostart-Programmen. Um herauszufinden, wo genau, musst du das Tool erneut aufrufen und das Häkchen vor „Systemdienste laden“ setzen. Anschließend Windows wieder neu starten und prüfen, ob der Fehler immer noch auftritt. Falls ja, dann ist ein Dienst die Ursache, andernfalls ein Autostartprogramm („Systemstartelemente“).

Zur weiteren Eingrenzung klickst du im Msconfig auf die Registerkarte „Dienste“, setzt ein Häkchen vor „Alle Microsoft Dienste ausblenden“ und klickst auf „Alle deaktivieren“. Aktiviere nun einen Dienst nach dem anderen in der Liste und starte Windows jeweils neu. Wenn der Fehler wieder auftritt, hast du den schuldigen Prozess gefunden.

Ist dagegen ein Autostartprogramm der Verursacher, öffnest du wie oben beschrieben den Taskmanager und deaktivierst ein Autostartprogramm nach dem anderen über das Kontextmenü.

 

 

Titelbild, Bilder: © ESM-Computer GmbH

Richard Dolp

Richard Dolp

Richard Dolp ist im Team der ESM Computer GmbH verantwortlich für den Vertrieb gebrauchter Hardware an Unternehmen und Geschäftskunden. Der 34-jährige ist Kundenberater aus Überzeugung und schraubt in seiner Freizeit für sein Leben gern an Computern und alten Mofas herum. Geschäftskunden erreichen Herrn Dolp von Montag bis Freitag telefonisch unter +49 8331 925 323 11 oder jederzeit per E-Mail unter richard.dolp@esm-computer.de .

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